Huntlosen - Zwölf junge Asylbewerber aus Albanien werden demnächst in die alte Molkerei (und spätere Schnapsbrennerei) an der Amelhauser Straße in Huntlosen einziehen. Kämmerer Horst Looschen führte auf Initiative der Kommunalen Alternative jetzt einige Politiker durch die fast fertig eingerichteten Räume. In mehreren Mehrbett-Zimmern auf insgesamt rund 240 Quadratmetern werden die jungen Männer untergebracht. „Wir sind ganz froh, dass wir es so organisieren konnten, dass alle Bewohner aus dem gleichen Herkunftsland kommen“, erklärte Looschen. „Das reduziert das Risiko von Konflikten.“ In Großenkneten werde derzeit ein ähnlich großes Objekt vorbereitet, in dem eine neunköpfige Familie unterkommen soll.
Betreut werden die Flüchtlinge von Integrationslotsen und Sozialarbeitern der Diakonie. Möbel für die Unterkunft kommen unter anderem aus der ehemaligen Jugendherberge Sandhatten. Eine Erstausstattung mit Hausrat für die Küche, Waschmaschine und ähnlichem stellt die Gemeinde. Ein Fernseher gehört nicht zu dieser Grundausstattung.
Die Anregung, dass unter dem Dach eines Vereins oder einer Kirchengemeinde Spenden gesammelt werden könnten, griff Looschen gerne auf. Die Gemeindeverwaltung könne diese Organisationsarbeit nicht leisten. Gut gebraucht werden könnten unter anderem auch Fahrräder. Die Gemeinde hofft, den Männern einige Räder zu Verfügung stellen zu können, damit sie mobil sind.
75 Flüchtlinge, unter anderem aus dem Irak, Montenegro, Syrien, Aserbaidschan, Kosovo, Serbien, Iran, Libanon und Mazedonien seien derzeit in der Gemeinde untergebracht. Bis September müssen voraussichtlich 36 weitere in der Gemeinde Großenkneten aufgenommen werden, für zwölf Personen fehle aktuell noch Wohnraum, erläuterte Looschen.
Zur neuen Unterkunft in Huntlosen gab es positive Rückmeldungen von den Besuchern, auch weil die Nachbarschaft von Familie Coldewey früh über die Pläne informiert worden sei und diese positiv aufnähme. Die Gemeinde habe hier eine gute Unterkunft gefunden, meinte Carsten Grallert. Uwe Behrens wünschte sich, dass wie in Huntlosen die Nachbarn überall früh und umfassend über Planungen für neue Wohnunterkünfte informiert werden.
Da die Verwaltung dies nach den Worten von Horst Looschen nicht jederzeit leisten kann, regte Axel Janßen an, es könnten auch Kommunalpolitiker einspringen und mit den Nachbarschaften das Gespräch suchen.
