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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Asylbewerber: Flüchtlingen schnell Arbeit vermitteln

13.11.2015

Oldenburg Wenn Ronald Albrecht in eine der Oldenburger Flüchtlingsunterkünfte geht, ist er immer wieder erstaunt über die Motivation der Asylbewerber. „Die Flüchtlinge wollen zügig auf den Arbeitsmarkt“, sagt er. „Und es ist schon wirklich beachtenswert, welchen Eigenelan sie entwickeln.“

Albrecht weiß, wovon er spricht. Seit Juli arbeitet er gemeinsam mit Dr. Tamara Alchammas als „Integrationsguide“ für die Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven. Rund 200 Flüchtlinge betreuen die beiden im Agenturbezirk. „Das Bedürfnis nach Informationen über den deutschen Arbeitsmarkt ist enorm“, sagt Alchammas.

Doch nicht nur das Interesse vieler Flüchtlinge ist groß, auch die Herausforderungen. Zum einen gibt es formale Hürden, etwa dass Asylbewerber erst ab dem vierten Monat arbeiten dürfen, zum anderen aber auch Hürden hinsichtlich der Qualifikation.

„Es gibt fast keinen Flüchtling aus dem Nahen Osten oder aus Afrika, der bereits mit deutschen Sprachkenntnissen kommt“, sagt Dr. Thorsten Müller, Leiter der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven. Nur drei Prozent der von den „Guides“ betreuten Asylbewerber, die vor allem aus Syrien (30 Prozent), Afghanistan (12), dem Irak und Eritrea (je 10) stammen, verfügen über Deutschkenntnisse auf dem Niveau „B1“, das als Basis gesehen wird, um auf dem Arbeitsmarkt zurechtzukommen. Fast 45 Prozent besitzen laut Müller dagegen überhaupt noch keine Deutschkenntnisse. „Unser erster Ansatz, um Menschen in Arbeit zu bringen, ist deshalb der Deutschkurs.“

Dies machen auch die Integrationsguides“ den Flüchtlingen in Gesprächen klar. Regelmäßig besuchen Alchammas und Albrecht die Oldenburger Flüchtlingsunterkünfte und bieten Sprechstunden in der Geschäftsstellen der Arbeitsagentur an. Von 200 Asylbewerbern haben sie bereits ein „Profiling“ erstellt, also ihren Lebenslauf erfasst und ihre schulischen bzw. universitären Abschlüsse sowie Berufserfahrung erhoben.

Zugute kommt den „Guides“ dabei auch ihre eigene Biografie. Alchammas stammt aus Syrien, hat dort auch studiert und in Deutschland promoviert. Albrecht hat jahrelang als Leiter von Weiterbildungseinrichtungen gearbeitet. Beide sind zudem seit Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert und sprechen auch Arabisch.

Die beiden sind sich einig, dass die Flüchtlinge Potenzial haben, aber sie bräuchten Zeit und Unterstützung, um ihr Potenzial am hiesigen Arbeitsmarkt umzusetzen. „Erfahrungsgemäß finden acht bis zehn Prozent der Flüchtlinge in ihrem ersten Jahr im neuen Land eine Stelle“, sagt Müller. Die Hälfte sei innerhalb von fünf Jahren in Arbeit, rund 70 Prozent hätten nach 15 Jahren ein Beschäftigungsverhältnis. „Wir haben keinen Sprint vor uns, sondern einen Marathonlauf“, sagt Müller.

Aktuell nehmen 32 Männer und Frauen an zwei 18-wöchigen Kursen der Agentur teil. Dort lernen sie Deutsch mit direktem Bezug zur Berufswelt und machen in einem betreuten Praktikum erste Erfahrungen mit dem deutschen Arbeitsleben. Einigen anderen Asylbewerbern seien auf anderen Wegen Praktika vermittelt worden. Direkt den Sprung in einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz hat in den vergangenen Monaten noch kein Flüchtling geschafft. Doch Müller ist optimistisch: „Wir erwarten erste Arbeitsaufnahmen noch 2015.“

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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