Hannover - Der Strom der Asylsuchenden reißt nicht ab, bis zu 35 000 werden bis Jahresende in Niedersachsen erwartet. Die Landesregierung startet jetzt mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) ein Pilotprojekt: schnelle Jobs für Flüchtlinge, möglichst schon nach drei Monaten, wenn das Arbeitsverbot endet. Vermittler sitzen dazu ab Juli in jedem der vier Aufnahmelager.

„Jeder fünfte Asylsuchende hat eine Hochschulausbildung, 30 Prozent eine abgeschlossene Berufsausbildung“, verweist Wirtschafts-Staatssekretärin Daniela Behrens (SPD) auf brachliegende Potenziale. Eine Million Euro gibt das Land für das Projekt. Niedersachsens Arbeitsmarkt brauche diese Kräfte, betonen BA-Experten. Unter anderem „besonders im Ingenieurwesen“, sagt Regionalchef Klaus Stietenroth. Eine Rückkehr scheint für diese Menschen in nächster Zeit ausgeschlossen. Die BA sucht den Kontakt besonders zu Flüchtlingen mit guten Bleiberechtschancen.