Cloppenburg - Als „Lego für Erwachsene“ hat der Geschäftsführer des Essener Betonwerks Greten, Alfons Greten, am Dienstag den Bau des neuen Flüchtlingswohnheims neben dem Gelände von ehemals „Schwärter druckt“ an der Jümmestraße 3 in Cloppenburg bezeichnet. Die Unterkunft, die aus 31 Betonmodulen besteht, sei in nur 50 Werktagen komplett fertiggestellt worden, sagte er anlässlich der symbolischen Schlüsselübergabe.
In Anbetracht des jüngsten Zustroms von Flüchtlingen habe es keinen Raum und keine Zeit für „Sozialromantik“ gegeben. Vielmehr habe man sich von Effizienz leiten lassen müssen, um die Asylbewerber unterbringen zu können, so Greten. Und die Betonmodule, die an der Jümmestraße 48 bis 72 Menschen Platz bieten, seien auch und gerade im Hinblick auf die Wohnqualität „eine gute Lösung“.
Wie berichtet, hat der Landkreis Cloppenburg bei der Firma Greten insgesamt fünf Wohnanlagen dieser Art bestellt. Inklusive Ausstattung und Möbel kosten diese 5,3 Millionen Euro. Nachdem das erste Exemplar nun am Dienstag übergeben wurde, ist jetzt schon das nächste in Essen aufgestellt worden. Die übrigen drei Wohnheime werden nach und nach in Cloppenburg-Emstekerfeld am Porscheweg, in der Stadt Löningen und in der Gemeinde Garrel errichtet. Insgesamt werde so Platz für 350 Menschen geschaffen, erklärte Landrat Johann Wimberg (CDU). Für die Aufnahme, Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern werde der Landkreis Cloppenburg in diesem Jahr rund 24 Millionen Euro aufwenden – im Vergleich zu 2015 sei das das Sechsfache.
Cloppenburgs Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU) sprach im Hinblick auf die Unterbringung der Flüchtlinge von einer „Herkulesaufgabe“. Die Module an der Jümmestraße würden nun erst einmal mit 70 Personen belegt. Sollten die Flüchtlingsströme weiter abebben, könnten die Zimmer künftig auch mit zwei statt drei Personen belegt werden. Auf Nachfrage erklärte die Stadtverwaltung, dass mit dem Einzug nach Ostern begonnen werde.
Betreut wird die Unterkunft vom Caritas-Sozialwerk: Die pädagogische Leitung hat Karina Einhaus, Hauswart ist Horst Abeln. Der neue Caritas-Vorstandsvorsitzende Heribert Mählmann, der seit dem 1. Februar im Amt ist, unterstrich die gute Zusammenarbeit mit Landkreis und Stadt Cloppenburg, die bereits seit 23 Jahren bestehe. Dabei stehe immer das Caritas-Leitbild „Not sehen und handeln“ im Vordergrund.
