Kassel/Hannover - Zum Start des neuen Flughafens Kassel Calden an diesem Donnerstag hat Niedersachsen seine Kritik an dem hessischen Millionenprojekt bekräftigt. Der mit Steuergeld subventionierte Flugplatz trete in Konkurrenz zu bestehenden Flughäfen wie Hannover und grabe ihnen Fluggastzahlen ab, sagte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Hannover, Christian Budde, am Mittwoch. „Das ist eine Sache, die wir als sehr problematisch ansehen.“

Am Eröffnungstag werden in Kassel Calden außer geladenen Gästen wie Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) auch Tausende Schaulustige erwartet. Als erste Maschine setzt am Eröffnungstag ein Sonderflug aus Frankfurt auf der neuen Start- und Landebahn auf.

In den Flughafenbau flossen 271 Millionen Euro von Land und Kommunen. Er ersetzt den bestehenden Flugplatz, dessen Landebahn zu kurz und ungünstig gelegen war.

„Wir bleiben nach wie vor dabei, dieser Flughafen ist überflüssig“, sagte der Sprecher des hannoverschen Airports, Sönke Jacobsen. „Wir erwarten schon Kanibalisierungseffekte, schön ist das nicht.“

Verflogen sind indes die Sorgen vor Fluglärm in der südniedersächsischen Fachwerkstadt Hann. Münden. Bei der Lärmschutzkommission habe die Stadt sich erfolgreich für Flugrouten eingesetzt, die den Touristenort nicht berühren, sagte Bürgermeister Klaus Burhenne. Angesichts defizitärer Regionalflughäfen in der weiteren Umgebung, etwa in Dortmund und Osnabrück, sei das Kasseler Projekt dennoch überflüssig.