Berlin - Nach tagelangen offenen Konflikten hat Hartmut Mehdorn für den Hauptstadtflughafen die Rückendeckung der Eigentümer erhalten. Berlin, Brandenburg und der Bund forderten von dem Geschäftsführer aber auch, den Airport zügig fertigzustellen. „Herr Mehdorn hat unser Vertrauen. Und er ackert mit allen Kräften, dass tatsächlich dieses Projekt zum Erfolg geführt wird“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nach einem Krisentreffen in Berlin.
Mehdorn bestätigte unterdessen Schätzungen, nach denen das Milliardenprojekt noch einmal deutlich teurer wird. „Wir stehen da heute bei 4,2 (Milliarden Euro), wir werden da etwas über 5 kommen“, sagte Mehdorn am Freitag der Hörfunkwelle HR-Info. Bislang hat Mehdorn aber keinen Kostenplan vorgelegt, weil auch der Eröffnungstermin noch offen ist.
Auf der Baustelle ziehen sich vor allem die Arbeiten an der Brandschutzanlage hin. Siemens will sie binnen 18 Monaten in Gang bringen, hat aber noch nicht alle Pläne, um zu beginnen. Der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, Rainer Bomba (CDU), sagte, es seien noch nicht alle Planungen ausgeschrieben.
An dem Krisentreffen im Roten Rathaus nahmen Vertreter der drei Flughafen-Eigentümer teil: Berlin, Brandenburg und der Bund. „Wir sind uns einig, dass wir ein gemeinsames Ziel haben: den Flughafen so schnell wie möglich fertigzustellen. Da gibt es keinen Dissens“, so Wowereit.
Mehdorn hatte bei den Flughafen-Eigentümern für Unmut gesorgt, weil er sie für die Absage wichtiger Vorhaben auf der Baustelle des drittgrößten deutschen Flughafens verantwortlich machte. Der frühere Bahnchef geriet daraufhin für sein Krisenmanagement in die Kritik.
Der Manager steht jedoch weiter unter Druck. Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linkspartei) forderte, dass er rasch einen Zeit- und Kostenplan für den Flughafen vorlege. „Er muss liefern“, sagte Görke im RBB-Inforadio. Ähnlich äußerte sich der Bund. Verkehrsstaatssekretär Bomba sagte, Mehdorn habe nach den Querelen etwas gutzumachen. Mehdorn hatte kürzlich nicht ausgeschlossen, dass die ersten Flugzeuge vielleicht erst 2016 an Deutschlands drittgrößtem Flughafen abheben könnten.
