Bakum - Der Heimatbund des Oldenburger Münsterlandes feierte am Sonnabend in Bakum seinen diesjährigen Münsterlandtag. In der festlich geschmückten Sporthalle begrüßte Heimatbund-Präsident Hans-Georg Knappik neben rund 500 Gästen aus den beiden Landkreisen Cloppenburg und Vechta die Bürgermeistern der Region und auch zahlreiche Vertreter aus der Kreis-, Landes- und Bundespolitik sowie die Vertreter der regional tätigen kulturellen Institutionen. Ebenfalls anwesend waren Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, unter ihnen der ehemalige Weihbischof Freiherr Max Georg von Twickel.
Besonders begrüßte der Präsident die beiden Landräte Hans Eveslage aus dem Landkreis Cloppenburg und Albert Focke aus dem Landkreis Vechta und betonte, dass sich die „Einheit in der Zweiheit“ schon seit Jahrzehnten bewährt habe und die gesamte Region nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht nach vorne gebracht habe.
Die Energiepolitik und ihre globalen Folgen standen in diesem Jahr im Fokus des Interesses. Knappik gratulierte in diesem Zusammenhang der Gemeinde Bakum, die im Wettbewerb „Klima kommunal 2012“ für ihr herausragendes Engagement im Klimaschutz ausgezeichnet worden war. Hans Lehmann, Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde, freute sich, bereits zum zweiten Mal den Münsterlandtag in Bakum ausrichten zu können. Er betonte, dass es die Aufgabe der heutigen Generation sei, durch nachhaltigen Umgang mit den begrenzten Ressourcen den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.
Landrat Albert Focke verwies in seinem Grußwort explizit daraufhin, dass der Landkreis Vechta nur 27 Biogasanlagen genehmigt habe, während in Cloppenburg und Oldenburg 200 dieser Anlagen in Betrieb seien. Dies habe auch negative Auswirkungen auf den Landkreis Vechta, da auch dort die Preise für Gewerbeflächen erheblich gestiegen seien, so der Landrat.
Prof. Dr. Klaus Töpfer betonte in seiner humorvollen und informativen Festansprache, dass vor allem auch in einer wirtschaftlichen Boom-Region wie dem Oldenburger Münsterland das Thema Nachhaltigkeit eine wachsende Bedeutung habe. Das zunehmende wirtschaftliche Nord-Süd-Gefälle innerhalb Europas und das rapide Wachstum der Weltbevölkerung könne auf Dauer zu einer Destabilisierung Europas führen, ist sich Töpfer sicher. Auch ein Abwerben hoch qualifizierter Arbeitskräfte aus Südeuropa sei keine Lösung des Problems, sondern würde dieses Gefälle zusätzlich zementieren. Aus diesen Gründen sei eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen notwendig.
Die Atomenergie sei nicht geeignet, den weltweit wachsenden Energiebedarf zu decken, machte der ehemalige Umweltminister deutlich. Wichtig sei es viel mehr, globalisierungsfähige Energietechniken mit einer hohen Energieeffizienz zu entwickeln. „Bei meiner Fahrt hier her und bei einem Blick auf die Dächer in dieser Region habe ich festgestellt, dass die Menschen hier gut rechnen können“, scherzte Töpfer und forderte zugleich eine sinnvolle Nutzung der Solarenergie und die Entwicklung von effizienten Energiespeichern.
