Wildeshausen - Die Pro-Werkstätten Himmelsthür in Wildeshausen stellen sich neu auf: „Wir stehen für eine Unternehmenskultur, die die Förderung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder mehr in den Fokus rückt“, sagt Eileen Bumann. Die 30-jährige Gesundheits- und Sozialmanagerin hat nun die Leitung der Werkstätten, die auf dem Gelände der Diakonie Himmelsthür an der Dr.-Klingenberg-Straße sowie am Westring beheimatet sind, übernommen.
Bumann hat die Nachfolge von Uwe Böhnke angetreten. Sie ist bereits seit zehn Jahren im Unternehmen, zunächst im Wohnbereich, später in der Fachbereichsleitung für Berufliche Bildung und Tagesförderung.
„Die Mitarbeiter bestimmen unseren Erfolg“, sagt die hoch motivierte Chefin. Um die Menschen mit Assistenzbedarf besser im Alltag fördern zu können, habe man die Stückzahlen gesenkt. Das helfe letztlich auch, die Produktionsaufträge gewissenhafter abarbeiten zu können. Auch alte Begriffe wurden über Bord geworfen: Die einstigen „Beschäftigten“ der Pro-Werkstätten heißen jetzt „Mitarbeiter“, erklärt Bumann.
Etwa 150 Mitarbeiter
Das Bundesteilhabegesetz, das zum neuen Jahr in Kraft getreten ist, habe auch für den Bereich der beschützenden Werkstätten Änderungen gebracht. Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, müssten die Werkstätten flexibler sein. Im Zuge des sogenannten Wunsch- und Wahlrechts hätten einige Mitarbeiter die Einrichtung verlassen. Aktuell haben die Pro-Werkstätten in Wildeshausen rund 150 Mitarbeiter sowie 25 Kräfte als Fachpersonal.
Es gibt diverse Beschäftigungsmöglichkeiten: Im Bereich „Montage/Verpackung“ werden beispielsweise Sägeblätter für den Handel verpackt. Aktuell arbeiten die Mitarbeiter auch einen Auftrag der Firma Waden aus Prinzhöfte ab, Salztütchen „einzutüten“. Als beliebt gelte auch die Kaminholzabteilung, wo die Mitarbeiter nach einer Einführungszeit selbst Maschinen bedienen dürfen. Einige Mitarbeiter helfen mit, Essen der „Catering Himmelsthür“ auszufahren.
Gewächshaus repariert
Nicht zu vergessen: der Berufsbildungsbereich. Hier werden die Schüler zunächst auf ihre Fähigkeiten getestet. Dann folge die zweijährige Berufsbildungszeit. Bumann: „Hier arbeiten wir viel in Projekten“. Einmal pro Woche komme sogar ein Fachlehrer der Berufsschule.
Derzeit sind die Pro-Werkstätten dabei, ihr Gewächshaus zu reaktivieren. Eine Fachfirma installiert moderne Elektrotechnik und neue Tische. Unter das Glasdach kommt eine automatische Beschattungsanlage für die Pflanzen. „Wir wollen hier Menschen mit hohem und niedrigen Assistenzbedarf einen Arbeitsplatz bieten“, erläutert Bumann. Geplant sei, das Gebäude bis Mai fertigzustellen. Die Produkte, vermutlich Balkonpflanzen, sollen auch auf dem Wochenmarkt verkauft werden. Das diene auch dazu, eine größere Öffentlichkeit herzustellen.
„Denn obwohl wir bereits seit zehn Jahren am Markt sind, nehmen uns viele Menschen immer noch nicht richtig wahr“, meint Bumann. Gern bietet sie Schulklassen an, einmal die Werkstätten zu besuchen. „Einige waren schon da.“ Ein Tag der offenen Tür ist für Sonntag, 27. August, in Vorbereitung.
