Neu-Holzkamp - Seit zwei Wochen gibt es sie wieder auf dem Hof Wempe: Die leuchtend roten Früchte, an denen sich viele in der Sommersaison erfreuen. Über zweieinhalb Millionen Erdbeerpflanzen stehen auf den Feldern von Markus Wempe in Neu-Holzkamp.
„Seit zwei Wochen ernten wir die ersten Erdbeeren aus den drei Folientunneln“, sagt der Landwirt. Die Tunnel ermöglichten eine frühere Ernte mit weniger Belastungen, etwa durch verunreinigten Regen. Dies fordern laut Wempe besonders die großen Handelsketten. „Sie legen Wert darauf, dass die Erdbeeren so wenig behandelt sind, wie möglich“, sagt er. Daher untersuchen sowohl die Einkäufer als auch er selbst regelmäßig Belastungen und Qualität der Erdbeeren.
Die Früchte müssen gewisse Standards erfüllen, auf die Wempe auch bei der Sortenwahl achtet. „Im Freiland pflanzen wir seit über zehn Jahren El Santa“, berichtet der 45-Jährige. Diese Erdbeeren seien von Form, Geschmack und Haltbarkeit bisher ungeschlagen. „Ich probiere auch andere Sorten aus, bisher hat mich aber nichts überzeugt“, so Wempe.
Den Winter haben die meisten Erdbeerpflanzen in einem Kühlhaus verbracht. Bei minus zwei Grad werden sie eingefroren und im Frühjahr eingepflanzt. So bleibt die Temperatur im Winter für die Erdbeeren konstant. Die Pflanzen aus dem vergangenen Jahr stehen zum Teil noch auf dem Feld oder wurden bereits nachgepflanzt. „Die Freilandernte beginnt in etwa drei Wochen“, schätzt Markus Wempe. In diesem Jahr sei der Erntebeginn im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des Wetters leicht verzögert. Das derzeitige Personal von 22 Mitarbeitern werde nach und nach aufgestockt. Bis zu 120 Saisonarbeitskräfte braucht er in der Hochsaison, um die Früchte von den über zweieinhalb Millionen Pflanzen abzupflücken. Alle zusammen kommen dann schon auf bis zu zehn Tonnen der köstlichen Früchte pro Tag.
Seine Erdbeeren verkauft Wempe deutschlandweit: „Ich bekomme teilweise schon morgens um fünf Anrufe von den Händlern, die wissen wollen, mit welchen Mengen sie rechnen können.“ Nachdem die Schüler, Studenten und Hilfskräfte, vorwiegend aus Polen, Rumänien, Ungarn und der Unkraine, eine Erdbeerkiste gefüllt haben, prüft der Vorarbeiter die Qualität. Zudem wird das Gewicht überprüft. Sind genug Erdbeeren in den zehn Schalen, werden die Kisten zu Paletten zusammengestellt und warten im Kühlraum auf den Lastkraftwagen, der sie den Märkten liefert.
Außerdem werden die Erdbeeren direkt beim Hof an der Straße Neu-Holzkamp – montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, sonnabends von 8 bis 16 Uhr und sonntags von 8 bis 13 Uhr – verkauft.
