Betrifft:
„Notfalls kippen wir Milch weg“, NWZ vom 3. Februar 2007Das Milchsymposium „Zukunft Milch“ vom Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) in Berlin hat die Forderungen der Milch produzierenden Betriebe deutlich gemacht. Drei Punkte haben Priorität: Erstens die Anhebung des Milchgrundpreises auf 40 Cent pro Liter, zweitens die Beibehaltung und Ausgestaltung der Milchquote über das Jahr 2015 hinaus und drittens die Mengensteuerung in bäuerlicher Verantwortung.So genannte Experten werden derzeit nicht müde, den Bauern einzureden, die Abschaffung der Milchquote sei beschlossen. Doch das entspricht nicht der Wahrheit. Eine Vertreterin des EU-Agrarausschusses hat in Berlin berichtet, dass die Ausgestaltung des Milchmarktes noch zur Diskussion steht.
Um den Forderungen der Milchbauern in Deutschland und Europa (European Milkboard) noch mehr Nachdruck zu verleihen, ist es zwingend erforderlich, dass auch Landwirte, die immer noch zögern, dem BDM beitreten.
Im Oktober werden voraussichtlich 70 Prozent der deutschen Milchquote beim BDM vereinigt sein. Unter diesem Aspekt wird es der Milchindustrieverband bei den jetzt beginnenden Verhandlungen über den Milchpreis nicht auf einen Lieferboykott ankommen lassen. Sollte es dennoch dazu kommen, würde European Milkboard den Hahn zudrehen, damit deutsche Milch nicht durch Milch aus Nachbarländern ersetzt werden kann. Aus den Regalen der Supermärkte wären Milchprodukte dann binnen weniger Tage verschwunden.
Eilert KleyhauerWangerland
