Oldenburg - Überdüngung, Klimawandel, Versorgungsprobleme auf dem Land: Das etablierte Ernährungssystem befindet sich in einer Krise. Ein Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise im Ernährungsbereich sei notwendig, so die Meinung vieler Experten. Die Möglichkeiten dieses Wandels untersucht das großangelegte Forschungsprojekt „Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen“, das Prof. Dr. Reinhard Pfriem, Hochschullehrer für Unternehmensführung und Betriebliche Umweltpolitik an der Uni Oldenburg, leitet. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit rund 850 000 Euro.

Neben Pfriem sind der Oldenburger Postwachstumsökonom Prof. Dr. Niko Paech und Prof. Dr. Cordula Kropp, Sozialwissenschaftlerin an der Hochschule München, beteiligt.

„Solidarische Landwirtschaft, Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften oder regionale Lebensmittelnetzwerke sind Beispiele neuer Formen der Ernährungswirtschaft“, so Paech. Bei der solidarischen Landwirtschaft kooperieren Verbrauchergruppen auf lokaler Ebene mit einem Vertragslandwirt und geben ihm eine Abnahmegarantie der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften organisieren den Zusammenschluss von Verbrauchern zum gemeinsamen Einkauf größerer Lebensmittelmengen direkt vom Erzeuger. „All diese Projekte sind geprägt von einem neuen Verständnis des Zusammenwirkens von Konsumenten und Produzenten. Sie eint, dass der Verbraucher seine Fremdversorgung aufgibt – zugunsten eines transparenten, selbstbestimmten und nachhaltigen Konsums“, erklärt Pfriem.

Die Wissenschaftler werden in den nächsten drei Jahren insgesamt 20 verschiedene Modelle der neuen Wege in der Landwirtschaft in ganz Deutschland untersuchen und dann Bilanz ziehen.