Oldenburg - Weniger als zehn Prozent der niedersächsischen Haushalte sind mit Breitbandinternet via Glasfaserkabel ausgestattet. Einer der Gründe: Es gibt zu wenig Fachleute, die sich mit der Technologie auskennen. Diesem Mangel will jetzt das Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (BFE) entgegenwirken.
In einem Pilotprojekt im April dieses Jahres wurden jeweils sieben Fachkräfte aus energietechnischen und informationstechnischen Berufen in einer einwöchigen überbetrieblichen Schulung mit der Lichtwellenleiter-Technologie vertraut gemacht. „Die Qualitätssicherung in diesem Bereich ist sehr wichtig. Fehler bei der Verlegung der Kabel lassen sich schwer rückgängig machen und der Kunde hat am Ende das Nachsehen“, erklärt Rainer Holtz, Bereichsleiter für Gebäude- und Informationstechnik des BFE. Er ist sich sicher: Der Lichtwellentechnologie gehöre zweifelsohne die Zukunft. „Es gibt Möglichkeiten die Kapazität der bestehenden Kupferleitungen zu steigern, aber das wäre nur eine mittelfristige Lösung.“
Sowohl Bund als auch Kommunen erwarten einen Ausbau der Lichtwellenleiter-Technik, um die Standortattraktivität vor allem für Wirtschaftsunternehmen zu steigern, jedoch fehlt es an finanziellen Förderungen. Der Oldenburger SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Krogmann sagte zu, sich im Landtag für eine finanzielle Förderung der Technologie einzusetzen.
Das BFE möchte trotz der noch zu geringen Nachfrage die Ausbildung von Fachkräften weiter vorantreiben. „Ein neues Berufsbild ist nicht nötig“, so Holtz. „Wir müssen die neue Technologie in die bestehenden Berufsbilder integrieren.“ Das langfristige Ziel dabei sei eine Zertifizierung von Personen und Betrieben, die dann als Spezialisten beim Ausbau des Glasfasernetzes angefordert werden können.
