Braunschweig - Das Flugzeug der Zukunft soll in Flüsterlautstärke fliegen und kaum noch Schadstoffe ausstoßen: Diese Vision treibt die Wissenschaftler am Forschungsflughafen Braunschweig an. Dort arbeiten dutzende Experten in 17 Instituten, unter anderem im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Die Wissenschaftler untersuchen auch, wie der Treibstoffverbrauch der Flieger gesenkt werden kann. „Das sind die drei entscheidenden Fragen für die Zukunft der Luftfahrt“, sagt der Vorstandschef des Forschungsflughafens, Prof. Peter Vörsmann. Und die Experten sind optimistisch: Sie halten es für realistisch, dass die Jets der Zukunft im nächsten Jahrzehnt 50 Prozent leiser und sauberer werden.
Insgesamt gibt es an dem Airport inzwischen mehr als 2300 Arbeitsplätze. „An keinem anderen Flughafen in Europa gibt es eine derartige Ballung von Wissenschaft, Unternehmen der Luft- und Raumfahrt sowie staatlichen Luftfahrtbehörden“, berichtet Vörsmann. Mehr als 40 mittelständische Unternehmen arbeiten dort, wie die Aerodata AG, die Weltmarktführer bei Flugvermessungssystemen ist. Am Flughafen sitzen außerdem das Luftfahrt-Bundesamt und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.
Untersucht werden in Braunschweig unter anderem auch neue Enteisungsmethoden, um das gefährliche Blitzeis an den Tragflächen von Flugzeugen vor dem Start und während des Fluges zu verhindern. Ein großes Thema in der Zukunft soll ferner die Entwicklung von Frachtflugzeugen sein, die unbemannt oder nur mit einem Mann im Cockpit fliegen können.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode betont: „Der Forschungsflughafen ist eines der innovativsten Wirtschafts- und Wissenschaftscluster in Europa.“ Rund 235 Millionen Euro wurden seit 2007 in Braunschweig in neue Gebäude und Hangars, in Simulatoren und Windkanäle sowie in Flugzeuge investiert, berichtet Geschäftsführerin Carola Meyer. Und die Expansion geht weiter: Pläne dafür gebe es bereits, deutet Meyer an. So wird mit ansiedlungswilligen Unternehmen verhandelt.
