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Seit zweieinhalb Jahren bittet Pastor Hannes Koch (43) einmal im Monat zum „Feierabend“ ins Bookholzberger Dietrich-Bonhoeffer-Haus – so auch für diesen Freitag, 20 Uhr. Die NWZ fragte nach, wie das Angebot, das sich ausschließlich an Männer wendet, angenommen wird.
FRAGE:
Mit dem „Feierabend“ möchte die ev.-luth. Kirchengemeinde Bookholzberg ganz gezielt Männer ansprechen. Bevor Sie ins jeweilige Thema einsteigen, gibt es erst einmal ein gemeinsames Abendessen. Warum legt sich die Gemeinde gerade für diese Zielgruppe derart ins Zeug?
KOCH
: Das würde ich so nicht sagen. Männer machen immerhin 50 Prozent der Bevölkerung aus. Trotzdem gibt es in den Kirchengemeinden deutlich mehr frauenspezifische Angebote – bei uns in Bookholzberg zum Beispiel das Frauenfrühstück, zwei Frauenkreise und auch beim Seniorennachmittag sind die Frauen klar in der Mehrheit.
FRAGE:
Was hat Sie 2009 bewogen, den Männerabend zu initiieren?
KOCH
: Ich war zweimal von Männern auf ein solches Angebot angesprochen worden. Mir war klar, dass es ein niedrigschwelliges Angebot sein müsste, bei dem nicht viel von den Teilnehmern gefordert wird. Ein Männergesprächskreis oder Ähnliches hätte wohl eher abgeschreckt. Es sollte etwas zu Essen geben und einen Vortrag. Wer Fragen stellen möchte, sollte Gelegenheit dazu haben, es aber auch sein lassen können. Wir erwarten auch keine vorherige Anmeldung, sondern die Teilnehmer können einfach vorbeikommen.
FRAGE:
Das klingt nach einer lockeren Runde. Nun die Klischee-Frage, die sich aufdrängt: Trinken Sie an den Abenden auch Bier?
KOCH
: (lacht) Ja, es gibt auch Bier. Aber keine harten Sachen.
FRAGE:
Sie gehen mit den Referenten der Abende auch sperrige Themen wie Tod, Burnout oder den Sinn des Lebens an. Wie ist die Resonanz?
KOCH
: Es kommen immer etwa 20 bis 35 Männer, nicht nur aus der Gemeinde, sondern beispielsweise auch aus der Wesermarsch. Die Konfession spielt übrigens keine Rolle. Einige sind immer dabei, andere eher themenbezogen. Grundsätzlich versuche ich, Themen zu finden, die Männer interessieren. Aber als es um den Tod ging, haben viele gefehlt, die sonst immer kommen. Andere Abende sind deutlich besser besucht, beispielsweise der, als ein Beamter der SOKO Dennis davon berichtet hat, wie er mit seinen Erlebnissen in diesem Fall umgegangen ist.