Frankfurt - Konjunkturoptimismus, Billiggeld der Notenbanken und Entspannung in Nahost: In diesem Umfeld hat der Dax am Mittwoch nach langem Anlauf den Sprung auf ein Rekordhoch geschafft. Der deutsche Leitindex stieg zwischenzeitlich bis auf 13 640,06 Punkte und ließ damit seine zwei Jahre alte bisherige Bestmarke von 13 596,89 Zählern hinter sich.

Der Dax profitiere mit seiner internationalen, prozyklischen Ausrichtung überdurchschnittlich von der Entspannung der Handelsstreitigkeiten und der damit einhergehenden Verbesserung der Unternehmensstimmung, erklärte Maximilian Kunkel, Anlagestratege der Schweizerischen Bank UBS.

Marktexperte Andreas Büchler vom Börsenstatistik-Dienst Index-Radar sieht mittelfristig nun sogar Luft bis in den Bereich um die 14 500 Punkte, wenngleich der Weg dahin wohl kaum wie an der Schnur gezogen aussehen werde. Der Dax zeigte denn auch an seinem Rekordtag Ermüdungserscheinungen und gab zum Ende um 0,3 Prozent auf 13 515,75 Punkte nach.

Anders als etwa den Indizes an der Wall Street fehlte dem Dax lange Zeit die Kraft für einen Sprung auf neue Höhen. Das lag vor allem an den Konjunktursorgen im Zuge des US-chinesischen Handelsstreits, die stark auf Auto- und Chemiewerten lasteten. Mittlerweile haben die beiden größten Volkswirtschaften aber ein Teilabkommen unterzeichnet.

Darüber hinaus scheint auch die unmittelbare Gefahr eines neuen Krieges im Nahen Osten gebannt, nachdem die zu Jahresbeginn verschärften Spannungen zwischen dem Iran und den USA zumindest nicht weiter eskalierten. Die USA hatten zwar als Reaktion auf iranische Vergeltungsschläge neue Wirtschaftssanktionen verhängt, aber keine weiteren Militäraktionen unternommen.


Als Schmiermittel für die Börsen erweist sich besonders die Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik der US-Notenbank (Fed). Erst bei einem „signifikanten“ Anstieg der Teuerung werde eine Leitzinserhöhung notwendig, hatte der Fed-Präsident Jerome Powell jüngst gesagt. Niedrige Zinsen lassen Aktien im Vergleich mit festverzinslichen Wertpapieren in einem günstigeren Licht erscheinen.