FRANKFURT - FRANKFURT/DPA - Beflügelt vom boomenden Export hat der deutsche Maschinenbau seine Prognose für dieses und das nächste Jahr angehoben. Die drittgrößte deutsche Industriesparte erwartet 2005 vier statt drei Prozent Produktionswachstum – das wäre ein neuer Rekord von 144 Milliarden Euro Volumen, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) gestern in Frankfurt mit. 2006 soll wegen der abflauenden Weltkonjunktur die Produktion um zwei Prozent zulegen statt – wie bisher erwartet – zu stagnieren.

Allerdings: Trotz der guten Geschäfte werden die Maschinenbauer nicht die erhofften 4000 neuen Stellen in diesem Jahr schaffen. „Unsere Erwartung eines vorsichtigen Beschäftigungsaufbaus hat sich nicht erfüllt“, sagte VDMA-Präsident Dieter Brucklacher. Im Juli zählte der größte industrielle Arbeitgeber 858 000 Mitarbeiter, das waren 7000 weniger als ein Jahr zuvor. Dem standen 5000 neue Leiharbeiter gegenüber. Auch im nächsten Jahr werde das Wachstum nicht für die Schaffung neuer Stellen ausreichen, sagte Brucklacher.

Dennoch suchten zahlreiche Firmen wegen des großen Fachkräftemangels insgesamt zwischen 5000 und 6000 Mitarbeiter. Statt neu einzustellen, haben die Unternehmen laut einer Umfrage bisher auf längere Arbeitszeiten, Arbeitszeitkonten, Überstunden und Leiharbeiter gesetzt.

Immer wichtiger werde der Export. Sein Anteil am Umsatz werde 2005 von 70 auf knapp 73 Prozent klettern.