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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Vier Chefs in sechs Jahren verschlissen

10.04.2018

Frankfurt Vier Chefs in sechs Jahren: Die Deutsche Bank, die eigentlich in der Champions League spielen will, verschleißt im Stil abstiegsbedrohter Fußball-Clubs einen Trainer nach dem anderen. Und ob die Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain, Jürgen Fitschen, John Cryan hießen oder jetzt Christian Sewing, das Grundproblem ist immer das gleiche: Die Geschäfte des einst stolzen Konzerns schwächeln.

Deshalb richten sich die Augen vermehrt auf einen Mann, der seit Mitte 2012 im Hintergrund die Strippen zieht: Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Der Österreicher, der einst bei der Wall-Street-Legende Goldman Sachs Karriere machte, gilt als mächtiger Kontrolleur mit Gestaltungswillen.

Die erneute Rochade irritiert, hatte Achleitner den Briten Cryan doch selbst im Sommer 2015 als Sanierer an der Konzernspitze installiert. Warum also jetzt schon wieder ein neuer Chef?, fragt unter anderem Hans-Christoph Hirt vom einflussreichen Stimmrechtsberater Hermes: „Wir haben einige Fragen an Herrn Achleitner.“ Die Hauptversammlung am 24. Mai dürfte ungemütlich werden.

Schon bei der Ablösung des Investmentbankers Jain durch Cryan meinten etliche Beobachter, der Chefkontrolleur habe zu lange an Jain festgehalten und so die Aufarbeitung alter Skandale gebremst. Nicht wenige Kritiker halten Achleitner für das eigentliche Problem.

„Auch er muss weg“, fordert in gewohnt drastischen Worten Börsenbriefautor Hans Bernecker, eine der bekanntesten Figuren der Frankfurter Finanzszene. Achleitner habe zusammen mit dem nun nach nicht einmal drei Jahren geschassten Vorstandschef Cryan eine „Blutspur“ hinterlassen. „Die Glaubwürdigkeit des Aufsichtsratschefs stellen wir nach wie vor infrage“, schreibt Bernecker.

Kritiker werfen Achleitner vor, sich allzu häufig ins Tagesgeschäft einzumischen, was eigentlich nicht Aufgabe eines Kontrolleurs ist. „Wer kontrolliert eigentlich den Aufsichtsrat?“, fragt die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA): „Die Gewichte haben sich in Richtung Aufsichtsratsvorsitzender verschoben“, der Chefkontrolleur mische sich „oft stärker ins operative Geschäft“ ein, als dies eigentlich vorgesehen sei. Andererseits wird Achleitner auch vorgehalten, bei Fehlentwicklungen zu lange weggeschaut zu haben.

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