FRANKFURT - Geldfälscher haben 2010 erneut mehr Blüten in Deutschland in Umlauf gebracht. Polizei, Handel und Banken zogen rund 60 000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr und damit 14 Prozent mehr als 2009, wie die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt mitteilte.

Grund für den dritten Anstieg in Folge sei vor allem ein Ausreißer nach oben im ersten Halbjahr gewesen. Die Polizei habe schnell reagiert und mehreren Verteilerbanden das Handwerk gelegt, sagte der Leiter des Nationalen Analysezentrums bei der Bundesbank, Rainer Elm. Abgeschreckt von raschen Verurteilungen hätten die Banden Deutschland im zweiten Halbjahr gemieden. Dadurch blieb das Aufkommen insgesamt deutlich unter dem Spitzenwert von 81 000 Fälschungen im Jahr 2004.

Der wirtschaftliche Schaden in Deutschland erhöhte sich gegenüber 2009 von 3,1 auf 3,4 Millionen Euro. Meist bleibt der Handel auf dem Schaden sitzen, wenn Verkäufer den Schwindel übersehen und der Betrug erst der Bank auffällt. Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz.

In Deutschland sind inzwischen fast sechs von zehn Blüten „falsche Fünfziger“. Alle anderen Geldscheine sind seltener gefälscht worden als im Vorjahr. Mit Ausnahme des 20-Euro-Scheins (21 Prozent) und des 100-Euro-Scheins (15 Prozent) spielten andere Noten keine Rolle: Bei kleineren Stückelungen lohnt sich der Aufwand für die meist organisierten Fälscher nicht, größere sind schwieriger in Umlauf zu bringen.