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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

„Deutsche“ streicht 18 000 Stellen

08.07.2019

Frankfurt Die Deutsche Bank streicht Tausende Stellen, baut radikal um und nimmt dafür einen Milliardenverlust im zweiten Quartal in Kauf. Bis 2022 will der Dax-Konzern rund 18 000 Stellen streichen und die Zahl der Vollzeitstellen auf etwa 74 000 senken, wie die Deutsche Bank nach einer Aufsichtsratssitzung am Sonntag in Frankfurt ankündigte.

Das bedeutet viele Abfindungen: Insgesamt werde der Konzernumbau bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro kosten.

Die Restrukturierung reißt Deutschlands größtes Geldhaus bereits im zweiten Quartal des laufenden Jahres tief in die roten Zahlen. Einschließlich der Belastungen für den Umbau rechnet die Bank nach vorläufigen Zahlen mit einem Verlust von etwa 500 Millionen Euro vor Steuern und 2,8 Milliarden Euro nach Steuern im Zeitraum April bis Ende Juni.

Unter anderem der massive Stellenabbau soll die bereinigten Kosten bis ins Jahr 2022 auf 17 Milliarden Euro drücken. Ende März 2019 hatte die Deutsche Bank auf Vollzeitkräfte umgerechnet weltweit knapp 91 500 Mitarbeiter, davon 41 500 in Deutschland.

Konzernchef Christian Sewing hatte bei der Hauptversammlung im Mai „harte Einschnitte“ angekündigt. Schon damals war klar, dass das seit zwei Quartalen verlustreiche Kapitalmarktgeschäft dabei im Fokus stehen würde.

Das hat auch im Vorstand Konsequenzen: Bereits am Freitag hatte die Bank bekanntgegeben, dass Investmentbankchef und Konzernvize Garth Ritchie das Institut zum 31. Juli verlassen wird. Zu diesem Zeitpunkt werden nun auch Privatkundenchef Frank Strauß und die für Regulierung zuständige ehemalige Bankenaufseherin Sylvie Matherat die Bank verlassen.

Die Unternehmens- und Investmentbank wird umgekrempelt. Am Sonntag teilte die Bank mit, dass sie sich aus dem Aktienhandelsgeschäft zurückziehen wird. Darüber hinaus soll das Handelsgeschäft, insbesondere der Handel mit Zinsprodukten, „angepasst“ werden. Um Bilanzpositionen in Höhe von 74 Milliarden Euro aus diesen Geschäftsfeldern abzuwickeln, gründet die Bank eine interne „Bad Bank“.

Zum Investmentbanking gehört etwa die Beratung von Firmen bei Börsengängen oder Übernahmen sowie der Handel mit Wertpapieren und Devisen. Im sogenannten Transaction Banking, das Zahlungsverkehr, Handelsfinanzierung und Wertpapierdienstleistungen umfasst, zählt die Deutsche Bank dagegen zur Weltspitze.

Potenzial sieht das Geldhaus auch in der Vermögensverwaltung.

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