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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Das sagen regionale Geldhäuser zur EZB-Politik

13.09.2019

Frankfurt /Jever Europas Währungshüter stemmen sich mit allen Mitteln gegen die Konjunkturschwäche: Banken müssen künftig noch höhere Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB/Frankfurt) parken: 0,5 (bisher: 0,4) Prozent. Zudem steckt die Notenbank frische Milliarden in Anleihen. Das beschloss der EZB-Rat am Donnerstag in Frankfurt.

Damit verschärft die Zen­tralbank zum Ende der Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi ihre ultralockere Geldpolitik nochmals. Die achtjährige Amtszeit des Italieners endet am 31. Oktober 2019. Der Leitzins, der seit März 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent liegt, bleibt unverändert auf diesem Niveau. Dies bedeutet: Auf weitere Sicht keine Guthabenzinsen.

„Das ist keine gute Nachricht“, meinte Lambert Meyer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken in Weser-Ems. „Bedenklich“ sei die Entwicklung hin zu Strafzinsen gerade auch im Hinblick auf das Sparen für die ja auch politisch propagierte Altersvorsorge. Ohnehin gebe es als Folge der Nullzins-Politik meist keinerlei Verzinsung mehr, sagte der Jeveraner. Beim Strafzins sei es weiterhin „Ziel, Sparer außen vor zu lassen“. Dabei sei man im Genossenschaftsbereich oft „gut positioniert“. Zugleich seien Berater gefordert, mit Besitzern größerer Liquiditätsmengen – für die die Banken Strafzinsen abführen müssen – Strukturen für sinnvolle Anlagen zu erarbeiten, meinte Meyer.

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte die Oldenburgische Landesbank (OLB) mit: „Die Entscheidung der EZB ist ein schwarzer Tag für alle Sparer und verschärft den Druck auf alle Banken. Für den Kleinstsparer bedeutet das, dass sein Sparguthaben weiterhin keinen Ertrag abwerfen wird.“ Und: Solange es für die OLB „wirtschaftlich vertretbar ist, werden wir keine Negativzinsen an Kleinstsparer weitergeben“. Für Anleger erhöhe die Entscheidung den Druck und die Notwendigkeit, „in Aktien Edelmetalle oder Fonds zu investieren“.

Die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) teilte auf Nachfrage mit: „Aus unserer Sicht werden die beschlossenen Maßnahmen nicht dazu beitragen, die realwirtschaftliche Entwicklung oder die Preise anzuschieben.“ Vor dem Hintergrund der politischen Unsicherheiten in der Welt seien „weder Finanzierung noch Liquidität die Ursachen für die konjunkturelle Eintrübung“. Aus Sicht der LzO sei es „eine Fehleinschätzung zu glauben, Unternehmen würden aufgrund von noch billigerem Geld ihre Investitionen ausweiten“.

Aber: „In der Tendenz positiv bewerten wir die Ankündigung, einen Staffelzins einzuführen. Damit können – je nach Ausgestaltung – die direkten Auswirkungen der Negativzinsen voraussichtlich etwas abgefedert werden“, heißt es vonseiten der LzO.

In allen Banken-Sparten – auch bei Privatbanken und Sparkassen – gibt es „Gespräche“ mit Kunden, auch oft Firmen, die sehr hohe Beträge etwa auf dem Girokonto liegen haben. In diesem Bereich gibt es erste „Strafzinsen“, die dann aber anders heißen.

Dass die Notenbank EZB nachlegen würde, war erwartet worden. Angesichts der Konjunkturabkühlung und der Schwäche des Welthandels seien „signifikante geldpolitische Impulse“ notwendig, hatte Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates vor sieben Wochen gesagt. Mit dem Strafzins wollen die Währungshüter die Institute dazu bringen, mehr Gelder an Unternehmen und Verbraucher auszureichen, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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