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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Pilotenstreik trifft Ryanair – Kein Chaos an Flughäfen

11.08.2018

Frankfurt /Main /Bremen Mit einem abgestimmten Streik in fünf europäischen Ländern haben Piloten am Freitag den Billigflieger Ryanair empfindlich getroffen. Mitten in der Urlaubszeit mussten die Iren jeden sechsten Flug ihres europaweiten Tagesprogramms absagen und damit rund 55 000 Passagiere enttäuschen. Auf Deutschland entfielen 250 von 400 gestrichenen Verbindungen, sodass am Morgen an den Ryanair-Schaltern auf vielen deutschen Flughäfen nahezu gespenstische Ruhe herrschte.

Turbulenzen in den Terminals blieben aus, weil das Unternehmen bereits am Mittwoch nach der Streikankündigung betroffene Passagiere informiert hatte. Obwohl auch am Bremer Flughafen ein Großteil der Verbindungen des Billigfliegers ausfiel, habe es nach Angaben eines Sprechers vom Freitag kein Chaos gegeben. Betroffen waren den Angaben zufolge sechs Hin- und sechs Rückflüge, darunter Verbindungen nach London oder Mallorca.

Erst gegen 8 Uhr zogen etwa in Berlin-Schönefeld die ersten Passagiere ihre Rollkoffer durch das bis dahin menschenleere Labyrinth aus Absperrbändern vor dem Check-in. Sie hatten auf ihrem Weg ins kroatische Zadar Glück, dass ihre Maschine zuvor aus einem anderen, nicht bestreikten Land nach Berlin geflogen war. Rund ein Drittel der deutschen Passagiere konnte Ryanair auf diese Weise doch noch an ihre Zielorte fliegen.

Die übrigen 42 000 Gäste sollten entweder umgebucht werden oder den Ticketpreis zurückerhalten. Weitergehende Entschädigungen lehnt Ryanair ab, weil man die Streiks nicht beeinflussen könne. Grundsätzliche Rückendeckung für diese Haltung gab es von der EU-Kommission. Streiks könnten nach EU-Recht als Ausnahmesituation gewertet werden, erklärte ein Sprecher in Brüssel. Die Fluggesellschaft müsse jedoch nachweisen, dass alle angemessenen Maßnahmen unternommen worden sind, Flugausfälle und -verspätungen zu verhindern. All dies müsse von Fall zu Fall entschieden werden.

Die deutsche Piloten-Gewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ (VC) zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Arbeitskampfes. Eine Verlängerung über Samstagmorgen um 2.59 Uhr hinaus sei nicht geplant, sagte Sprecher Janis Schmitt. „Wir werden uns den heutigen Tag anschauen und bewerten. Wir hoffen, dass Ryanair unser Signal verstanden hat und dann zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist.“ Weitere Streiks will die Gewerkschaft nicht ausschließen.

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Ryanair | EU-Kommission | EU | Vereinigung Cockpit

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