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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Finanzen: Wer ersetzt Wirecard im Leitindex Dax?

10.08.2020

Frankfurt /Main Wann fliegt der insolvente Skandal-Konzern Wirecard aus dem Dax, fragen sich Anleger. Klarheit soll es im Laufe der Woche geben. Bis spätestens Donnerstag, 13. August, will die Deutsche Börse das Ergebnis einer Konsultation mit Markteilnehmern über Änderungen der Index-Regeln veröffentlichen. Die Umsetzung dauert dann etwa eine Woche. Wirecard müsste noch im August die höchste deutsche Börsenliga verlassen – statt erst nach der regulären Index-Überprüfung Anfang September.

Als Kandidaten für einen Aufstieg in den Index der 30 Börsenschwergewichte gelten vor allem der Duftstoff- und Aromenhersteller Symrise sowie der Essenslieferdienst Delivery Hero.

SChärfere Regeln für Verbleib im Dax

Die Deutsche Börse hatte nach Kritik am Umgang mit dem in einen Bilanzskandal verstrickten und insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard eine Überarbeitung des Regelwerks für den Aktienindex Dax angekündigt. Bislang musste ein Unternehmen nur im Fall einer Abwicklung oder einer Abweisung des Antrags auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse „umgehend“ aus einem Auswahlindex herausgenommen werden.

Wirecard hatte im September 2018 den Platz der Commerzbank im Dax übernommen. In diesem Juni räumte das Unternehmen Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro ein. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht mittlerweile von einem „gewerbsmäßigen Bandenbetrug“ bei dem Unternehmen aus, und zwar seit 2015.

Maßgeblich für die Zugehörigkeit zum Kreis der 30 Dax-Konzerne sind Börsenumsatz (Handelsvolumen) und Börsenwert (Marktkapitalisierung) eines Unternehmens.

Kandidat 1: Symrise

Der als Aufstiegskandidat gehandelte Aromenhersteller Symrise ist der Öffentlichkeit wenig bekannt. Die Geruchs- und Geschmacksstoffe des Holzmindener Herstellers finden sich dagegen in vielen Produkten – zum Beispiel in Shampoo, Zahnpasta oder im Essen. Das Unternehmen, das mehr als 10 000 Mitarbeiter beschäftigt, verdiente im vergangenen Jahr unter dem Strich 304 Millionen Euro bei einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro.

Kandidat 2: Delivery Hero

Der Essenslieferdienst Delivery Hero erwirtschaftete im vergangenen Jahr dank des Verkaufs seines Deutschlandgeschäfts einen Gewinn. Doch operativ schreibt das Unternehmen weiterhin rote Zahlen. Er könne noch keine Prognose abgeben, wann im laufenden Geschäft kostendeckend gearbeitet werde, sagte Finanzchef Emmanuel Thomassin im Juni.

Delivery Hero betreibt in mehr als 40 Ländern Bestellplattformen für Essen lokaler Anbieter und beschäftigt 25 000 Mitarbeiter. In diesem Jahr rechnet das Berliner Unternehmen weltweit mit einem Umsatz zwischen 2,4 Milliarden und 2,6 Milliarden Euro.

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