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Finanzen: Wirecard muss Dax im August verlassen

14.08.2020

Frankfurt /Main Die Deutsche Börse hat angesichts der Insolvenz des Dax-Mitglieds Wirecard ihr Regelwerk nach einer Konsultation von Marktteilnehmern überarbeitet. Gemäß der neuen Regeln werden insolvente Unternehmen nun mit einer Frist von zwei Handelstagen aus den Dax-Auswahlindizes (Dax, MDax, SDax und TecDax) herausgenommen, teilte die Deutsche Börse jetzt mit. Die von der Index-Tochter Stoxx Ltd. beschlossene Regeländerung trete zum Mittwoch, 19. August, in Kraft.

Neue Regel

Die sich daraus aktuell ergebenden Veränderungen in der Zusammensetzung von Dax und TecDax werden entsprechend am selben Abend nach 22 Uhr bekanntgegeben und nach Börsenschluss am Freitag, 21. August, umgesetzt. Grundlage der Berechnung seien die Rangliste vom 31. Juli sowie weitere Vorgaben aus dem Regelwerk. Erwartet wird von Index-Experten, dass der Corona-Krisengewinner und Online-Essenslieferant Delivery Hero den Platz der in einen Bilanzskandal verstrickten und inzwischen zahlungsunfähigen Wirecard einnehmen wird. Chancen wurden aber auch dem Duftstoff- und Aromenhersteller Symrise eingeräumt.

Im Technologiewerte-Index TecDax gelten die beiden Unternehmen LPKF und Stratec als die Favoriten für den frei werdenden Platz des Zahlungsabwicklers.

Wirecard hatte im September 2018 den frei gewordenen Platz der Commerzbank im Dax eingenommen. Im Juni dieses Jahres kam es dann zum Eklat. Der Konzern räumte Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro ein.

Die Münchner Staatsanwaltschaft geht mittlerweile von einem „gewerbsmäßigen Bandenbetrug“ bei Wirecard aus, und zwar seit dem Jahr 2015.

Gewerbsmäßiger Betrug

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Die neue Regelung zu insolventen Unternehmen wurden von der Deutschen Börse im Rahmen einer Marktkonsultation in den vergangenen drei Wochen abgestimmt. Konkret bezieht sich die Änderung auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens als ein gesetzlich festgelegtes Verfahren und umfasst alle relevanten öffentlichen Mitteilungen dazu, präzisierte der Marktbetreiber aus Eschborn bei Frankfurt.

Da auch Unternehmen aus anderen EU-Staaten Indexmitglied werden können, beziehe sich die Regelung daher nicht nur auf das deutsche Insolvenzrecht.

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