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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

EZB schließt für 2019 Zinserhöhung aus

08.03.2019

Frankfurt Sparer müssen länger auf eine Zinserhöhung warten – und den Banken bietet die EZB neue Geldspritzen an: Europas Währungshüter reagieren überraschend deutlich auf gestiegene Risiken für die Konjunktur. Bislang hatte die Notenbank erklärt, dass die Zinsen bis mindestens über den Sommer 2019 hinaus unverändert bleiben. Dieser Zeitraum wurde nun verlängert bis mindestens über das Jahresende, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag im Anschluss an eine Sitzung des EZB-Rates mitteilte.

Zugleich bietet die EZB Geschäftsbanken – wie in den vergangenen Krisenjahren mehrfach geschehen – erneut längerfristige Kredite zu günstigen Konditionen an. Die neuen Geldspritzen sollen ab September 2019 bis März 2021 zur Verfügung gestellt werden und eine Laufzeit von jeweils zwei Jahren haben. Damit soll die Kreditvergabe der Banken angekurbelt werden, das kann die Konjunktur und die Inflation anschieben.

Den Leitzins im Euroraum beließen die Währungshüter auf dem Rekordtief von null Prozent. Banken erhalten somit frisches Geld bei der EZB zum Nulltarif. Finanzinstitute, die bei der EZB Geld parken, müssen weiter 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

Die Aussichten für die Konjunktur haben sich zuletzt eingetrübt: Internationale Handelskonflikte bremsen den Welthandel, das Wirtschaftswachstum in China schwächt sich ab, zudem sorgen die Unwägbarkeiten des Brexits für Verunsicherung.

EZB-Chef Mario Draghi sprach von einer Periode „anhaltender Schwäche und allgegenwärtiger Unsicherheit“. Die Wirtschaft im Euroraum werde vor allem durch externe Faktoren belastet. Das Maßnahmenpaket werde die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit des gemeinsamen Währungsraumes stärken.

Die EZB korrigierte ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr deutlich nach unten. Die Notenbank erwartet für die Euro-Zone aktuell noch ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,1 Prozent. Vor drei Monaten war sie noch von einem Plus von 1,7 Prozent ausgegangen.

„Die Maßnahmen als solche sind keine besonders große Überraschung, aber der Zeitpunkt“, erklärte Carsten Brzeski, ING-Chefvolkswirt Deutschland. BayernLB-Experte Stefan Kipar rechnet mit einer ersten Zinserhöhung erst im Jahr 2021.

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