Frankfurt - Angesichts des boomenden Arbeitsmarkts wagen immer weniger Menschen in Deutschland den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Zahl der Existenzgründer sank 2017 im Vergleich zum Vorjahr unerwartet deutlich um 17 Prozent auf das Rekordtief von 557 000, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten „Gründungsmonitor“ der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Der leer gefegte Arbeitsmarkt belastet auch die Gründer. Sie haben zunehmend Probleme, Mitarbeiter zu finden.

„Der Gegenwind für das Gründungsgeschehen war noch nie so groß, weil die Attraktivität der abhängigen Beschäftigung so hoch ist“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Mit einer durchgreifenden Trendwende in diesem Jahr rechnet er nicht. Derzeit seien keine Impulse in Sicht. Erste Zahlen hatte die KfW im Februar veröffentlicht.

Im Bundesländervergleich fiel das Minus am geringsten in Niedersachsen aus. In dem Bundesland gab die Zahl der Gründer je 10 000 erwerbsfähiger Menschen im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2017 um 4 auf 141 nach, wie aus den KfW-Zahlen hervorgeht. Ohnehin habe Niedersachsen die stabilste Gründerquote aller Bundesländer.

In der Rangliste der Gründungstätigkeit nach Bundesländern liegt Berlin knapp vor Hamburg auf dem ersten Platz: In beiden Stadtstaaten hätten von 10 000 Erwerbsfähigen 207 Menschen den Weg in die Selbstständigkeit gewagt. Niedersachsen erreichte den dritten Rang.