FRANKFURT - FRANKFURT - Investmentfonds sind eine praktische Sache: Viele Anleger zahlen in einen gemeinsamen Topf ein. Das so entstehende Vermögen wird von professionellen Geldmanagern verwaltet, die den Markt beobachten und bei Bedarf reagieren – das nimmt dem einzelnen Anleger viel Arbeit und Stress ab.
Die Auswahl ist so groß, dass selbst Experten unmöglich die Zusammensetzung und Wertentwicklung jedes einzelnen Fonds im Blick haben können. „Derzeit werden in Deutschland mehr als 6000 Publikumsfonds vertrieben“, sagt Andreas Fink vom Bundesverband Investement und Asset Management. Dazu zählen Aktienfonds ebenso wie Rentenfonds, gemischte Fonds, Geldmarktfonds, Dachfonds oder Indexfonds.
Insgesamt verwalten die deutschen Investmentgesellschaften ein privates Fondsvermögen von mehr als 500 Milliarden Euro. Vor allem die Mittelzuflüsse der letzten Zeit lassen die Branche wieder frohlocken. So sammelten die Publikumsfonds nach BVI-Angaben in den ersten sieben Monaten des Jahres 31,8 Milliarden Euro neu ein. Die Hitliste der Fondsarten zeigt aber, dass sich die Risikobereitschaft der Anleger in Grenzen hält. So verzeichneten Rentenfonds und die nur zur Überbrückung geeigneten Geldmarktfonds deutlich höhere Zuflüsse als Aktienfonds.
Der Börsencrash des Jahres 2001 wirkt offenbar noch nach. „Anleger reagieren postzyklisch. Sie brauchen Jahre, bis sie so einen Schock verdaut haben“, sagt Thomas Richter von der Fondsgesellschaft DWS in Frankfurt. „Wir haben schon vor zwei Jahren für Aktien geworben, und damals wäre ein Einstieg auch richtig lohnend gewesen.“
Die DWS Ist Branchenführer. Es folgen Deka (Sparkassen), Union Investment (Volks- und Raiffeisenbanken) und dit (Dresdner Bank).
1950 kamen in Deutschland die ersten beiden Aktienfonds auf den Markt. Heute gibt es so viele unterschiedliche Produkte wie Märkte und Anlegertypen. Einige Fonds setzen auf die großen und etablierten Unternehmen der westlichen Industrienationen. Andere gehen ein größeres Risiko ein und versuchen, sich das größere Wachstumspotenzial bestimmter Branchen oder Schwellenländer zu Nutze zu machen.
Allerdings: Vor Kursverlusten sind auch Fonds-Sparer sind sicher. Fachleute raten zu Sparplänen mit festen monatlichen Beträgen ab (meist) 50 Euro. Damit könne man Schwächephasen für günstige „Einkäufe“ nutzen.
