FRANKFURT - Aufatmen für die Fahrgäste der Deutschen Bahn (DB): Für die 20 000 Lokführer des bundeseigenen Unternehmens ist am Freitag nach langem Ringen ein neuer Tarifvertrag ausgehandelt worden – Streiks im Netz der DB sind damit bis Sommer nächsten Jahres abgewendet. Aus Sicht der Gewerkschaft GDL ist die Einigung aber nur ein Etappensieg. Denn ein Ergebnis für die 6000 Lokführer bei der DB-Konkurrenz gibt es noch nicht.
Die GDL und der bundeseigene Konzern einigten sich auf ein Einkommensplus von 2,0 Prozent. Das neue Tarifpaket umfasst laut Gewerkschaft erstmals auch einen Kündigungsschutz und Verbesserungen bei einigen Zulagen. Zudem erhalten Lokführer, die einen Suizid auf den Schienen miterleben mussten und danach wegen eines Traumas nicht mehr zurück in den Führerstand können, eine dauerhafte Job- und Einkommenssicherung.
Dagegen sind die Verhandlungen bei den großen Wettbewerbern der Bahn mit Ausnahme von Keolis (Eurobahn) festgefahren.
Angesichts des erneuten Lokführerstreiks hat der niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) die Tarifparteien zu einer schnellen Einigung aufgerufen. Der Monate andauernde Tarifkonflikt gehe vor allem zulasten der Bahnkunden, sagte Bode am Freitag in Hannover. Auf Bahnverbindungen angewiesene Menschen seien zusehends verärgert.
Von dem Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) war in Niedersachsen erneut vor allem der Metronom betroffen, bei dem nach Unternehmensangaben am Freitag 85 Prozent der Verbindungen ausfielen.
