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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Franzosen holen Oldenburger Farben ein

28.07.2015

Paris /Hamburg /Oldenburg 133 Jahre nach Gründung der Oldenburg-Portugiesischen Dampfschiffs-Rhederei ist deren Flagge von den Meeren verschwunden. Als das Containerschiff „Las Palmas“ vor wenigen Tagen Hamburg mit Ziel Kanarische Inseln, Nordafrika und Spanien verließ, war nicht nur das markante Gelb des Schiffsrumpfes durch das Grau der Schulte-Reederei ersetzt. Auch die Schornsteinmarke und die alte OPDR-Flagge sind dem Logo der Hamburger Reederei gewichen, einem weißen „S“ in einem roten Kreis.

Über ein Jahrhundert waren die Oldenburger Farben – ein rotes Kreuz auf blauem Grund – von der OPDR über die Meere getragen worden. Doch seit Anfang des Monats managt nicht mehr die OPDR, sondern die Schulte Group in Hamburg das anlässlich eines Werftaufenthaltes in Polen jüngst neu gestrichene Schiff. Im Rahmen der anstehenden Schiffsüberholungen werden neben den Containerschiffen der Reederei auch zwei zwischen Spanien und den Kanarischen Inseln verkehrende Frachtfähren ihr auffallendes Farbkleid verlieren.

Die bisher bei der OPDR für „Crewing“ und technisches Management zuständige Abteilung ist zur Reederei Schulte, einem der größten deutschen Reedereiunternehmen, gewechselt. Für die Schiffe wurde ein Chartervertrag mit der CMA CGM abgeschlossen, wie eine Reederei-Sprecherin jetzt bestätigte.

Nach der am 1. Juli 2015 wirksam gewordenen Übernahme der OPDR durch die weltweit tätige französische Großreederei CMA GGM sind somit auch die Traditionsfarben der Reederei Geschichte. Sie war 1882 zum Transport von Weinflaschen der Osternburger Glashütte nach Portugal als Aktiengesellschaft in Brake gegründet und 1915 von Oldenburg nach Hamburg verlegt worden.

Lediglich die alten Container der Linienreederei werden bis zu ihrer Ausmusterung aus Kostengründen weiter die Aufschrift OPDR tragen – und auf diese Weise noch an eines der ältesten Kapitel der deutschen Schifffahrtsgeschichte erinnern.

Erst vor wenigen Tagen genehmigte die EU-Wettbewerbskommission die Übernahme der OPDR durch die CMA CGM. Die OPDR war 1998 mitsamt der eigenen Schiffe vom Eigner Franz Haniel & Cie. an die Hamburger Schulte Group verkauft worden. Ehemalige Beziehungen von Bernhard Schulte zum Oldenburger Schiffbau spielten bei dem jetzt erfolgten Verkauf der Linienfahrt nach Frankreich keine Rolle mehr: In den 1970er Jahren hatte Schulte eine Reihe von Gastankern und Frachtern von Heinrich Brand bauen lassen.

In dem Fall einer anderen Übernahme hat die CMA CGM, drittgrößte Container-Reederei der Welt, Namen und Logo der Gesellschaft wie der Schiffe übrigens beibehalten. So fahren bis heute zehn Containerschiffe mit dem Kürzel ANL der ehemals staatlichen Australian National Line vorwiegend zwischen dem Fünften Kontinent und asiatischen Häfen. Die Franzosen hatten die Linienaktivitäten der einzigen australischen Großreederei 1998 erworben.

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