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Strandzugang Freie Strände: Initiative lässt keineswegs locker

Hooksiel - Die Initiative „Freie Bürger für freie Strände“ wird auch in diesem Jahr an Pfingstmontag, 9. Juni, wieder für freien Strandzugang in Hooksiel demonstrieren. Ab 14 Uhr wollen die Aktiven um Johann Janßen, Janto Just und Achim Müller am Zaun am Parkplatz Außenhafen und an der Strandkasse 1 Flugblätter verteilen, mit Transparenten und Schildern auf ihre Forderung „Weg mit den Zäunen“ und „Freier Strandzugang“ aufmerksam machen und mit Leitern Übersteighilfen über den Zaun und über das geschlossene Tor am Deichweg bieten.

Situation wie gehabt

„Die Situation in Hooksiel ist wie gehabt“, sagt Janto Just: Außer an den drei Strandkassen bleiben alle Strandzugänge, darunter Zugänge an drei Parkplätzen, geschlossen. „Auch der einzig ebenerdige Zugang am oberen Parkplatz Außenhafen – nur hier wäre ein barrierefreier Zugang für gehbehinderte Personen möglich – ist dauerhaft, sogar im Winter, abgeriegelt.“ Gepäckbeladene Familien mit Kleinkindern, Gehbehinderte mit Rollator oder Rollstuhlfahrer müssen sich deshalb von den beiden großen Parkplätzen am Außenhafen 500 Meter weit bis zum Zugang an Kasse 1 und dort die Deichtreppe rauf- und runtermühen, um an den Strand zu gelangen, kritisiert die Initiative.

Die Initiative „Freie Bürger für freie Strände“ setzt sich dafür ein, dass der Spaziergang an Wangerlands Stränden kostenlos wird. Mitglieder der Initiative haben Klage beim Verwaltungsgericht Oldenburg eingelegt. „Wir gehen davon aus, dass das Gericht Strandgebühr und Zäune für unzulässig erklärt, mit möglicherweise weit über das Wangerland hinausreichenden Folgen“, sagt Just. Doch das könne dauern – und bis das Gericht entscheidet, will die Initiative die Gemeinde Wangerland, den als untere Umwelt-, Wasser-, und Verkehrsbehörde ebenfalls zuständigen Landkreis und das Land als Eigentümer der meisten Strände nicht aus der Verantwortung lassen: „Wir wollen die Forderung nach freien Stränden und Abschaffung der Zäune an der Nordseeküste weiter verbreiten“, so Just.

Tatsächlich verbreitet sich die Forderung nach freiem Strandzugang an der ostfriesischen Küste: In Dangast wurde der Zaun am kommunalen Strand abgebaut, der Strandspaziergang ist für jedermann gebührenfrei. „Rundum freie Strandbesuche wie von uns seit zwei Jahren gefordert, sind also möglich“, so Just.

Landfrauen werden aktiv

In Esens/Bensersiel haben zwischenzeitlich Landfrauen um Anne Heiken eine spontane Unterschriftensammlung unter der Forderung „freie Strände für freie Bürger“ gestartet. Im Nu seien mehr als 600 Unterschriften zusammengekommen. Vor allem die Einwohner der zur Samtgemeinde Esens gehörenden Gemeinden meutern, weiß Just: Denn nur die Esenser selbst sind vom Strandeintritt befreit.


Als erster Urlaubsort hatte Carolinensiel-Harlesiel vor zwei Jahren den Zaun am Strand abgebaut und das Kassenhaus durch einen Kassenautomaten ersetzt – Eintritt zahlen sollen die Besucher schon, „Spaziergänger halten sich aber meist nicht daran und stichprobenartig kontrolliert wird wohl auch nur bei Gästen, die sich am Strand niederlassen“, hat die Initiative festgestellt. Ähnlich sei die Situation in Neuharlingersiel, wo es ebenfalls keine Zäune gibt und man zwar eigentlich bezahlen soll, als Spaziergänger aber ungeschoren bleibt.

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