Wardenburg - Irgendwie hatte es Ingolf Bruns geahnt: Auch der zweite Versuch, seinen Telefonanschluss nach nun sieben Wochen Wartezeit freischalten zu lassen, scheiterte. Wieder vergeblich einen Tag Urlaub genommen!
Wie berichtet, wollten die EWE Tel-Kunden Regina und Ingolf Bruns nach einem Umzug innerhalb Wardenburgs ihren Telefonanschluss in der neuen Wohnung freischalten lassen. Doch schon der erste vereinbarte Termin mit der Telekom, die für die Freischaltung zuständig ist, wurde nicht eingehalten. Angeblich hatte der Techniker die Adresse nicht finden können. Am 9. Mai dann das gleiche Spiel: Bruns nahm sich frei, der Techniker kam nicht. „Warum er erneut nicht erschienen ist, konnte bzw. wollte man mir nicht mitteilen“, ärgert sich Bruns. Am selben Tag erhielt er eine SMS des Technischen Services der swb (Bruns: „Wer immer das auch ist.“), er solle unter einer Servicenummer einen neuen Termin vereinbaren. „Dies habe ich für den 12. Mai auch getan und mir wieder Urlaub genommen.“
Um nicht wieder stundenlang warten zu müssen, rief Bruns um 8.42 Uhr bei EWE Tel an mit der Bitte, das Erscheinen des Technikers zeitlich etwas einzugrenzen. Doch der nunmehr dritte Termin war der EWE Tel gar nicht bekannt. Sogleich wurde der 19. Mai vereinbart – Termin Nummer 4. Dieser wurde kurz darauf auf den 20. Mai und dann noch mal wieder auf den 19. umgelegt. „Nun soll die Freischaltung endgültig am 20. Mai zwischen 8 und 13 Uhr über die Bühne gehen“, so Ingolf Bruns genervt, der es mittlerweile als Zumutung ansieht, vier Tage seines Jahresurlaubs zu opfern und eigene dienstliche Termine umlegen zu müssen. „Würde ich die vier Tage Urlaub unbezahlt nehmen, um meinen Erholungsurlaub zu erhalten, würde mir bei einem Ausfall und einem Stundenlohn von 27 Euro ein Schaden in Höhe von 715,50 Euro entstehen“, hat sich der Angestellte im öffentlichen Dienst errechnet.
„Ich hatte schon überlegt, zur Telekom zu wechseln. Aber wenn man seine Nummer behalten will, hätte ich noch einmal sechs Wochen warten müssen“, so Bruns.
Gerd Lottmann, Leiter Unternehmenskommunikation bei EWE Tel in Oldenburg, versucht, den Schaden zu begrenzen: „Wir übernehmen die Kosten für einen Internetstick.“ Ingolf Bruns lacht: „Den soll ich mir auch noch selbst gegen Vorkasse beschaffen.“ Zudem sei der Zugang zum mobilen Internet in seiner Straße sehr schlecht.
Die April-Rechnung für seinen Telefonanschluss ging Bruns am Montag übrigens auch noch zu: „29,95 Euro für eine nicht erbrachte Leistung – das ist dreist“, meint der Wardenburger. Das sei aber bei einer Umstellung üblich, so Lottmann, und sagt zu: „Für den Mai werden wir nichts berechnen.“
