Hude/Lomé - „Wenn man alle zusammen glücklich machen will, kostet das circa 100 Euro“, erklärte Hans Ulrich Hoss am Freitagabend. Für jedes Kind einen Burger und ein Getränk. Was für viele Huder nahezu alltäglich ist, scheint für die meisten Menschen in Lomé nahezu unvorstellbar zu sein.
„Die Ärmeren leisten sich keinen Burger“, sagte Clara Padis, die ein Jahr lang als Freiwillige für die Organisation „weltwärts“ im togoischen Aidswaisen-Kinderhaus „Frieda“ arbeitete.
Doch den Kindern im Kinderhaus „Frieda“ geht es gut. „Wir haben viel gelacht und hatten viel Spaß“, erzählte Padis, die extra für ihren Vortrag aus Aachen angereist war, wo sie seit Oktober Medizin studiert.
In der Huder Pastorei hatte sich der Arbeitskreis des Kinderhauses Frieda um Jutta Hartrampf und Hans Ulrich Hoss gemeinsam mit den Paten der afrikanischen Kinder eingefunden, um dem Bericht der Studentin zu lauschen.
Einen zweijährigen Aufenthalt hätte sie besser gefunden, reflektierte die 19-jährige das vergangene Jahr. „Denn erst nach einem Jahr hat man einen Überblick – über das, was gut läuft, aber auch über das, was vielleicht besser laufen könnte.“
Das bezog die Studentin nicht auf die Arbeit im Kinderhaus, sondern viel mehr auf die Arbeit der Hilfsorganisationen in Afrika allgemein. „Es gibt zu viele verschiedene Hilfsorganisationen, zu viele verschiedene Ideen, die sich gegenseitig in die Quere kommen“, so die ehemalige Freiwillige.
Dennoch konnte die Studentin die zwölf Monate ausgiebig dafür nutzen, zu helfen.
So begleitete sie die 24 Kinder auf dem Weg zur Schule. Clara Padis veranstaltete außerdem kleine Spieleabende oder lud spontan afrikanische Musikgruppen oder Freunde ein, die mit den Kindern Batiken herstellten.
Sie half auch oft beim Kochen, so bei der Zubereitung von „la pâte“, dem Hauptgericht im Kinderhaus Frieda. „Es wird hauptsächlich aus Maismehl und Wasser hergestellt“, den eigentlichen Geschmack bringe allerdings erst die dazugegebene Sauce.
„Es ist gewöhnungsbedürftig, aber wenn man es ein paar Wochen lang gegessen hat, schmeckt es“, so Padis.
Den gedanklichen Grundstein des Kinderhauses legten die Geschwister Wolfram Hartrampf (inzwischen verstorben) und Bernade Hartrampf-Yovogan. Heute leiten Hartrampfs Frau Jutta und Hans-Ulrich Hoss den Arbeitskreis Hude/Delmenhorst für das Kinderhaus „Frieda“.
