Ofenerdiek - 25 Jahre alt und kein bisschen leise: Die Jugendfreizeitstätte Ofenerdiek an der Lagerstraße 34 feiert an diesem Freitag Jubiläum. Neben den obligatorischen Redebeiträgen gestalten auch die Jugendlichen der Freizeitstätte einen Teil des Programms; zudem können sich die Besucherinnen und Besucher gemeinsam mit den Graffiti-Künstlern selbst künstlerisch betätigen. Beginn ist um 11 Uhr.
Bereits Ende der 1970er-Jahre gab es in Ofenerdiek Bestrebungen, eine Jugendfreizeitstätte einzurichten. Dem Vernehmen nach sollen es damals zwei Jugendliche gewesen sein, die diesen Wunsch geäußert hatten. Bis dahin gab es nach Mitteilung der Stadt außer Kirche, Sportverein und Kaninchenzüchterverein wenig außerschulische Begegnungsmöglichkeiten für junge Leute.
Den beiden Jugendlichen schlossen sich immer mehr Menschen an und so reagierte die Stadtverwaltung 1981, richtete Räume in einem Nebentrakt des Schulzentrums Ofenerdiek her – ein notdürftiger Behelf. Jeden Nachmittag mussten die Schultische und -stühle aus den Räumen herausgeräumt werden, um Kickertisch und Bastelmaterial Platz zu machen. Die Stadt reagierte und beendete das Provisorium. Eine Freizeitstätte im eigenen Gebäude wurde 1991 im Beisein vom damaligen Oberbürgermeister Horst Milde und Oberstadtdirektor Heiko Wandscher an den damaligen Jugendamtsleiter Heiko Setje-Eilers übergeben.
Die Jugendlichen hatten in einer Fragebogenaktion ihre Bedürfnisse und Wünsche formuliert. Und diese bildeten die Grundlage für Planung und Ausstattung des mit 750 000 DM (375 000 Euro) finanzierten Gebäudes.
Als 2000 die Schließung aus finanziellen Gründen drohte, kündigte der Förderverein in der NWZ „massiven Widerstand“ an. „Wir werden ganz Ofenerdiek mobilisieren, wenn unsere Kinder ihre Freizeitstätte verlieren“, hieß es. Und der Widerstand hatte Erfolg. Die Freizeitstätte blieb nicht nur erhalten – sie entwickelte sich weiter und wurde zu dem, was sie heute ist – ein Ort der Begegnung, der Integration, des intensiven Miteinanders und der Beteiligung.
