Ganderkesee/Bookholzberg - Ob rot, gelb oder weiß – palettenweise Primeln mit leuchtenden Blüten stehen in den Einkaufswagen der Kunden des Raiffeisenmarkts in Ganderkesee. Auf dem Hof hat Marktleiter Maik Seeger am Montagnachmittag alle Hände voll zu tun: 15 Säcke Pinienrinde hat ein Kunde gerade gekauft, die müssen nun erst einmal ins Auto geladen werden.

„Die Leute wollen ihren Garten fertig machen“, erklärt sich Seeger den Andrang im Raiffeisenmarkt. Besonders beliebt seien derzeit die Frühlingsblüher, also Hornveilchen oder Primeln. Die Kunden hätten gern „Farbtupfer“, so Seeger. Die Frühblüher werden zumeist noch für Schalen gekauft. Doch auch größere Gartenprojekte scheinen die Ganderkeseer jetzt schon angehen zu wollen.

„Dünger in allen Variationen wird gekauft, auch Sämereien und Gartengeräte nehmen die Kunden mit“, wie der Marktleiter feststellt. Dieses Jahr sei der Bedarf an Gartenprodukten und Pflanzen sehr frühzeitig da. Im vergangenen Jahr hatte sich dies bis in den April hin verlagert, wegen des späten Frostes. Seeger kann sich nicht erinnern, dass in den Jahren zuvor so früh die Gartensaison gestartet ist.

Primeln und Stiefmütterchen gehen auch bei Peter Böttcher, Inhaber von Blumen Böttcher in Bookholzberg, gut über die Ladentheke. Ihm ist ebenfalls aufgefallen, dass die Saison wesentlich früher startet. „Vergangenes Jahr wurden wir ja durch die Witterung richtig ausgebremst“, so Böttcher. Auch Bernd Gillerke, Inhaber der Baumschule Gillerke in Bookholzberg, hat viel zu tun, rät aber zur aufmerksamen Beobachtung des Wetters. „Die Natur ist sechs Wochen ihrer Zeit voraus“, sagt er. Rosen würden bereits stark treiben und die Kamelien erste Blüten zeigen.

Wer seine Blütenpracht schützen wolle, sollte „auf der Hut sein“, wie Gillerke rät. Denn bei Nachtfrost könnten empfindliche Pflanzen wie eben die Kamelie Schaden nehmen. Vorsichtshalber könne man daher mit Vlies die Pflanzen abdecken. „Es würde mich nicht wundern, wenn es noch Dauerfrost gibt“, so der Gärtnermeister.

Wer sich aufgrund der warmen Temperaturen auf frühzeitigen Spargelgenuss gefreut hat, muss sich jedoch noch weiter gedulden: Spargelbauer Rudolf Schwarting kann zwar auf seinen Feldern in Thienfelde schon Knospen entdecken, aber da sei „noch keine Bewegung zu sehen“.


Der Spargel, der jetzt schon gestochen werde, dem sei beim Wachsen durch Tunnelfolien und Heizrohre nachgeholfen worden. Schwarting geht davon aus, dass erst ab Mitte April die Spargelernte beginnen kann.