Conneforde - Die Illusion auf dem Flugplatz in Conneforde war perfekt. Von weitem sah man auf dem Rollfeld eine Cessna auf den Hanger zusteuern. „Oh, der Nikolaus kommt“, ruft die Menge und aus dem Cockpit kam fast gleichzeitig eine geheimnisvolle Stimme: „Ho, ho, ho hier kommt der Nikolaus, winkt doch alle mal, ich kann Euch noch nicht sehen“. Die Spannung beim rund 50-köpfigen „Empfangskomitee“ (darunter mindestens 20 Kinder) stieg ins Unermessliche. „Jetzt sehe ich Euch“, kam noch einmal die Stimme vom Nikolaus und auch die Menschen am Rand des Rollfeldes konnten jetzt den weißbärtigen Piloten mit dem roten Gewand im Cockpit erkennen.
Leana (4) war mit ihren Eltern Kerstin und Matthias Rabben schon das zweite Mal dabei und freute sich auf das Geschenk vom Nikolaus. „Der Nikolaus nimmt sich in Conneforde immer besonders viel Zeit mit den Kindern“, weiß Kerstin Rabben. Und tatsächlich, nach dem Ausstieg aus seinem Flugzeug rief er die Kinderschar zu sich hatte für jedes Kind er ein freundliches Wort übrig. Hier wurde der Kopf liebevoll gestreichelt, dort die rote Wange geherzt. Kaja (5) konnte motivieren, das bekannte Gedicht „Advent, Advent ein Lichtlein brennt“ aufzusagen. Textsicher und ausdrucksvoll gab sie es zum Besten. Maik (4) zeigte mit Inbrunst, wie er „Lieber, guter Nikolaus…“ interpretierte und bekam dafür Applaus von den vielen Erwachsenen – und vom Nikolaus eine kleine Überraschung.
Viele Kinder nahmen auch die Gelegenheit war, Weihnachtslieder vorzutragen. Und der Nikolaus verstand es, den Kindern für einen kleinen Moment seine Existenz glaubhaft zu machen. Bei Amelie (10) kamen aber doch leise Zweifel am Dasein des „Vorgesetzten“ von Knecht Ruprecht. „Ich freue mich trotzdem sehr darauf, es ist so romantisch“, meinte die Schülerin und hoffte, dass er bei ihr nicht die Rute zückt.
Franz Blomberg verriet, dass diese Veranstaltung schon seit Jahren Tradition hat. „Jeder von uns muss mal die Rolle des Nikolaus’ übernehmen“, so das Mitglied des Vorstandes. Es sei eine schöne Aktion, um mit der Nachbarschaft in Kontakt zu treten. Rainer Kanngießer erinnerte sich an Zeiten, als man noch im Vorfeld Wünsche und Verhalten der Kinder erfragen und als Nikolaus dann darauf eingehen konnte. „Das geht jetzt nicht mehr, es bleibt aber jedes Jahr auch für uns eine schöne Sache“, so das 72-jährige Beiratsmitglied. Nachdem der fast stürmische Wind alle Teilnehmer so richtig „durchgepustet“ hatte, lud Viola Kürbitz, Sprecherin der Fliegerfreunde, zu Stollen, Glückwein und Kinderpunsch in die Fliegerklause ein.
