FRIEDBERG/HANNOVER - Ein Oberarzt einer hessischen Klinik soll bevorzugt Herzklappen einer Firma aus Hannover verwendet und dafür Schmiergeld kassiert haben. Dafür musste sich der inzwischen gefeuerte Mediziner am Dienstag vor dem Amtsgericht Friedberg verantworten. Der Bestechlichkeits-Prozess platzte jedoch zunächst, weil der in der Schweiz lebende Angeklagte nicht erschienen war. Gegen den 56-Jährigen wurde daraufhin Haftbefehl erlassen.
Der Herzchirurg der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim soll laut Staatsanwaltschaft 33 000 Euro vom Geschäftsführer der Medizin-Firma in Hannover dafür bekommen haben, dass er bei Operationen bevorzugt Herzklappen dieses Unternehmens einsetzte. Der Arzt soll zwischen August 2000 und Oktober 2002 pro Herzklappe jeweils 400 Euro eingestrichen haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe war dem Arzt fristlos gekündigt worden.
Neben dem Mediziner ist auch der 52 Jahre alte Geschäftsführer der Medizin-Firma aus Hannover angeklagt, der am Dienstag bei Gericht erschien. Den Männern wird Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr zur Last gelegt. Beide bestreiten laut Staatsanwaltschaft die Vorwürfe.
Das Schmiergeld soll laut Staatsanwaltschaft zunächst an eine eigens zur Tarnung von dem Arzt in der Schweiz gegründete Firma geflossen sein, bevor es in dessen Portemonnaie landete. Angeblich soll die Firma aus Hannover dafür Geld gezahlt haben, dass der Arzt medizinische Studien mit Herzklappen machte.
