FRIEDRICH-AUGUST-HüTTE - „Mensch, habt ihr ein schönes Haus.“ So reagierte ein Nachbar auf die Fertigstellung des neuen Vorgartens von Edith und Siegfried Frische in der ehemaligen Bergbausiedlung Glückauf III in Friedrich-August-Hütte. „Mensch, wir haben jetzt viel mehr Licht im Haus“, lautete der erste Kommentar von Siegfried Frische. Vor einigen Jahren hatte er die Hausfassade mit Klinker-Riemchen aufgehübscht. Doch das war wegen des völlig überladenen alten Vorgartens kaum aufgefallen. Dicht an-einander gerückte Gehölze und Bäume hatten zudem viel Schatten geworfen.
Anlässlich derNWZ
-Gartenwochen haben der 55 Jahre alte, bei Premium Aerotec beschäftigte Maler und Lackierer und die 52 Jahre alte Küchengehilfin die etwa 100 Quadratmeter völlig neu gestaltet. Vor mehr als 20 Jahren hatte das Ehepaar Kiefer und Blautanne, Rhododendren, Wacholderstrauch, Kirschlorbeer, Hortensie und auch Buchsbäume gepflanzt. Im Laufe der Jahre war alles völlig zugewachsen und viel zu groß geworden. Siegfried Frische: „Von Vorteil war nur, dass darunter kein Wildkraut mehr wachsen konnte.“Anlässlich der Aktion „NWZ
-Gartenprofi“ gab vor sechs Wochen Gartenexperte Stephan Deberding (39) von der Nordenhamer Garten- und Landschaftsbau-Firma K.W. Siefken vielfältige Tipps für eine Neugestaltung.Schweres Gerät nötig
Weil die Rodungen nicht ohne schweres Gerät machbar waren, engagierte die Familie eine Gartenbaufirma, die etwa 80 Prozent der gesamten Neugestaltung ausgeführt hat.
Edith Frische war während der Rodungsarbeiten nicht zu Hause. Beim ersten Anblick der abgeräumten Fläche erschrak sie. „Oma, Du musst nicht traurig sein, die Weihnachtstanne steht noch und überall kommen neue Blumen hin“, tröstete der dreieinhalb Jahre alte Enkel Lennox.
Heute strahlt Edith Frische: „Unser Vorgarten sieht viel strukturierter und freundlicher aus als vorher.“
Die Tanne, die bisher mit ihrer Weihnachtsbeleuchtung auch die Enkelkinder erfreut hatte, durfte ebenso bleiben wie Federnelken. Ein Kriechspindelstrauch rankt noch immer an einem Pfahl hoch, auf dem ein Vogelhaus thront. Der Pfahl ist allerdings erneuert.
Die gesamte Fläche ist nach der Rodung zum Schutz vor Wildkräutern mit wasserdurchlässiger Folie abgedeckt worden. In Pflanzlöcher sind Polyantharosen, Dickmännchen, weißer Salbei, kleine Buchsbäume, Storchenschnabel und Ziergräser gekommen. Vom Beet am Hauseingang ist eine kleine Magnolie hierher umgepflanzt worden.
Zur Auflockerung tragen Naturbruchsteine bei. Vier Kugellampen mit LED-Beleuchtung sorgen für dezente bläulich-kugelförmige Lichtpunkte. Die übrige Fläche ist mit grobem Holzhäcksel gemulcht. Mit einer Ausnahme: Von diesem hellen Bodenbelag hebt sich der besser zur Weihnachtstanne passende dunkle Rindenmulch ab, der rund um die Tanne aufgebracht worden ist.
Noch mehr Struktur hat der Vorgarten durch Schiefertrittsteine gewonnen. Die vorhandenen Pflanztröge stehen jetzt nicht mehr in einer Reihe am Vorgartenrand, sondern in mehreren Dreierpäckchen. Sie enthalten Salbei, Lavendel und eine Cotoneaster-Sorte.
Siegfried Frische freut sich: „Super, ganz toll. Ich kann nur sagen, dass wir das alles ohne die Tipps von Gartenberater Stephan Deberding dank derNWZ
-Aktion nicht geschafft hätten.“Mut bewiesen
Stephan Deberding findet, dass die Familie richtig entschieden hat, den alten Vorgarten fast komplett abräumen zu lassen. „Hier zeigt sich, dass Gartenfreunde mitunter auch ein bisschen Mut aufbringen sollten.“
