Friedrich-August-Hütte - Die Hoffnung der ATB-Beschäftigten, endlich genauere Informationen über den Ausstieg ihres Unternehmens aus dem Arbeitgeberverband Nordmetall zu bekommen, hat sich auch in der Betriebsversammlung am Donnerstag nicht erfüllt. Wie schon bei der Versammlung Anfang Juni glänzte die Geschäftsführung durch Abwesenheit. Das löste in der Belegschaft, die sich um ihre Arbeitsbedingungen und Sozialstandards sorgt, Ärger und Unverständnis aus.

Zu den Gründen und den Auswirkungen des Rückzugs aus dem Arbeitgeberverband hat die Unternehmensleitung bislang keinerlei Angaben gemacht. Rund 150 Mitarbeiter sind bei der ATB Nordenham GmbH tätig. Das Unternehmen ist auf den Bau von explosionsgeschützten Motoren spezialisiert.

Die Industriegewerkschaft Metall hat den Beschäftigten am Donnerstag einen Beschluss der Tarifkommission mitgeteilt. Er hat zum Inhalt, dass die Unternehmensleitung dazu aufgefordert wird, einen Anerkennungstarifvertrag mit der IG Metall abzuschließen. Dann würden die Flächentarifregelungen auch ohne eine Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband gelten. Dass die Mitarbeiter diese Forderung unterstützen, brachten sie mit gelben Protest-Hemden zum Ausdruck. Die T-Shirts tragen die Aufschrift „Explosiv für Tarif“.

„Wir hoffen, dass die Arbeitgeberseite konstruktiv mit uns in Gespräche einsteigt“, sagte IG-Metall-Sekretär Jochen Luitjens.