FRIEDRICHSFEHN - „Als mein Mann Gerd vor 25 Jahren von unserer Tochter ein Buch über Bienen erhielt und bald darauf Hobbyimker werden wollte, habe ich sofort abgewinkt: Ich würde ihm gern ’mal Honiggläser ausspülen, aber ansonsten wollte ich mit Bienen nichts zu tun haben“, erzählt Ursula Muck und lacht. „Und was passierte? Mein Mann war damals beruflich stark eingebunden, so dass ich ihn dann doch unterstützen musste. Und weil mir der Umgang mit Bienen so viel Spaß machte, haben mein Mann und ich die Imker-Schulungen bei der Landwirtschaftskammer absolviert.“

Bienen haben es Ursula und Gerd Muck angetan – Bienen spielen bei dem tierlieben Ehepaar, das an der Wildenlohslinie 39 in Friedrichsfehn zu Hause ist, eine große Rolle. „Wir hatten jahrelang 50 Völker und ich habe viele Jahre unseren Honig und unsere Honigprodukte wie Bienenwachskerzen sowie selbst gemachte Marmelade und selbst gebackenes Brot auf Wochenmärkten und Hobbymärkten verkauft“, berichtet Ursula Muck. Seit drei Jahren wollen die engagierten Rentner – Gerd Muck ist 73 Jahre alt, seine Frau 72 – kürzer treten. „Wir haben noch 15 Völker und bieten Honig nur noch im Hausverkauf an.“

Das Imkern und der Umgang mit Bienen, so erzählen beide, sei einfach faszinierend. „Nie sei die Situation gleich, wenn man am Bienenstand sei – immer wieder verändere sich etwas. Ruhig und gelassen müsse man sein, wenn man sich den Insekten, denen Sanftmut und Friedfertigkeit in den vergangenen Jahrzehnten gezielt angezüchtet wurde, nähere. „Bei den Bienen kann man wunderbar entspannen, man ist mit sich und der Natur in Einklang“, sagt Gerd Muck, der ebenso wie seine Frau nur noch sehr selten gestochen wird. „Kurzfristig schmerzt der Bienenstich, aber bei uns schwillt die Einstichstelle in der Haut nicht mehr an, wir haben wohl schon sehr viele Antikörper im Blut“, so Ursula Muck, die als Hausmittel empfiehlt, Bienenstiche mit einer aufgeschnittenen Zwiebel zu betupfen.

Auch wenn die Imkerei ein Hobby sei, das jeder für sich allein nachginge, so hat für Ursula und Gerd Muck der Erfahrungsaustausch mit anderen Imkern doch einen hohen Stellenwert. Gerd Muck leitet seit zehn Jahren den Imkerverein Edewecht, dem rund 40 Mitglieder zwischen 35 und 89 Jahren, unter anderem aus Oldenburg, Apen und Augustfehn, gehören. Seit Anfang dieses Jahres ist der Friedrichsfehner zudem Ammerländer Kreisvorsitzender. Ursula Muck betreut schon seit vielen Jahren Jungimker. Ihnen zeigt sie z.B., wie man Honig schleudert, wie man ausgebüxte Bienenvölker einfängt und vermittelt, wie man durch sorgfältiges Arbeiten, der ständigen Reduzierung von Drohnenlarven und dem Einsatz von in Ameisensäure getauchten Tüchern die für Bienenvölker sehr gefährliche Varroa-Milbe bekämpfen kann.

„Das Imkern kann jeder lernen. Bienenhaltung ist sogar in Wohnsiedlungen mit zwei bis drei Völkern möglich“, sagen die Mucks, die betonen, dass jeder Gartenbesitzer viel Gutes für Insekten durch Bauerngarten-Pflanzen (von Wasserdost bis ungefüllte Astern) tun könne.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede