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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Maritime Konferenz: Merkel setzt auf grünere Schifffahrt

23.05.2019

Friedrichshafen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Verständnis für Sorgen in der maritimen Wirtschaft angesichts unfairer Wettbewerbspraktiken asiatischer Länder geäußert. Es sei allerdings langwierig, der Konkurrenz indirekte Subventionen nachzuweisen, sagte sie am Mittwoch in Friedrichshafen bei der 11. Nationalen Maritimen Konferenz. Daher sei es gut, wenn die maritime Wirtschaft in Deutschland auch künftig bei Forschung und Technologie eine Runde weiter sei als die Konkurrenz.

„Ich sage ganz klar, dass China aufgefordert ist, für gleiche und faire Bedingungen für unsere Unternehmen in China zu sorgen“, fügte die Kanzlerin hinzu. Zugleich rief sie die am Bodensee versammelten rund 800 Politiker, Unternehmens- und Verbandsrepräsentanten, Gewerkschafter, Marinevertreter und Experten auf, den Kampf gegen den Klimawandel weiter zu unterstützen. Um den CO2-Ausstoß im Seeverkehr zu senken, müssten Kraftstoffe auf der Basis erneuerbarer Technologien und alternative Antriebe – darunter die Brennstoffzelle – entwickelt werden.

Merkel betonte die herausragende Bedeutung der maritimen Wirtschaft für ganz Deutschland. Sie erwirtschafte jährliche Umsätze von mehr als 50 Milliarden Euro und beschäftige alles in allem beinahe eine halbe Million Menschen. Zudem habe Deutschland eine der größten Handelsflotten der Welt. Sie begrüßte, dass die Nationale Maritime Konferenz erstmals in einem Binnenland stattfindet und verwies darauf, dass im Süden Deutschlands weite Teile der maritimen Zulieferindustrie angesiedelt seien. Die Bundesregierung habe „immer ein offenes Ohr“ für die maritime Wirtschaft. Konkrete Zusagen für eine stärkere Förderung machte sie aber nicht.

Wirtschaftsvertreter hatten zuvor unfaire Praktiken insbesondere Chinas kritisiert und eine stärkere Unterstützung der Bundesregierung angemahnt. Die Branche stehe in einem harten globalen Wettbewerb, räumte der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann (CDU), zum Auftakt der Beratungen ein. „Wir müssen gemeinsam Strategien erarbeiten, wie wir insbesondere mit der Konkurrenz aus Asien umgehen.“ Dumping-Löhne und staatliche Subventionen Chinas beim Export von Schiffen nach Europa hätten zu Marktverzerrungen geführt.

Diese Herausforderungen könnten nur gemeistert werden, „wenn wir europäisch denken und mit einer gemeinsamen Sprache sprechen“. Unter anderem wird die Berufung eines EU-Koordinators für die gesamte maritime Wirtschaft in Europa angeregt.

Der Präsident des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), Alfred Hartmann (Leer), forderte stärkere Anstrengungen: Wenn die Bundeskanzlerin sage, die Politik müsse für vernünftige Rahmenbedingungen sorgen, „dann ist dies eine deutliche Aufforderung, die Wettbewerbsfähigkeit des maritimen Standortes nicht nur zu sichern, sondern auszubauen – da hat Deutschland erheblichen Nachholbedarf“.

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