FRIESISCHE WEHDE - Vermarkter und Erzeuger bekommen es derzeit deutlich zu spüren: Obwohl der Landkreis Friesland vom Dioxin-Skandal nicht betroffen ist, wie Veterinär Dr. Andreas Graf bestätigt hat, sind die Kunden auch in der Friesischen Wehde wegen des Futtermittel-Skandals verunsichert, insbesondere bezüglich ihres Einkaufs von Eiern. Viele Bürger rufen an und erkundigen sich, hieß es bei den drei großen Betrieben in der Region, die auch auf Wochenmärkten zu finden sind: bei der Willi Krupke GmbH mit Stammsitz in Osterforde, der Onken GmbH und Co KG aus Bockhorn sowie der Eier und Geflügel GmbH Renke Onken aus Zetel.
Betriebe nicht betroffen
Dabei sind diese drei Betriebe nachweislich nicht betroffen. Wir haben Glück gehabt, sagte Peter Krupke aus Bockhorn, der das Unternehmen gemeinsam mit Ralf Krupke leitet. Der Familienbetrieb hatte bereits zwischen den Feiertagen eine entsprechende Bestätigung seiner Produkt-Zulieferer eingeholt. Verschiedene Großabnehmer hatten diese laut Peter Krupke auch angefordert.
Familie Krupke betreibt drei Läden und beschickt 24 Wochenmärkte, so beispielsweise in Bockhorn und Zetel. Ich kaufe die Eier immer hier, sagte Kundin Anneliese Oetken am Donnerstag auf dem Zeteler Wochenmarkt, als sie sich von Verkäufer Heinz Gentgen eine Packung mit zehn Eiern füllen ließ. Ich habe dabei keine Bedenken, versicherte sie.
Es wird schon ab und zu gefragt, wo die Eier herkommen, erklärte Gentgen, der seit mehr als 30 Jahren auf Wochenmärkten im Einsatz ist. Aber die Kunden kaufen weiterhin Eier und auch Geflügel, so Gentgen.
Der Betrieb von Renke Onken in Zetel beschickt 15 Wochenmärkte, sowohl in Oldenburg als auch im ostfriesischen Raum. Zudem ist freitags Verkauf auf dem Hof. Onken, selbst Landwirt und Vermarkter, hat bezüglich seiner Produkte bereits eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Landkreises Friesland erhalten. Ob derzeit wegen der Verunsicherung der Bürger weniger Eier verkauft werden, lässt sich nach seinen Angaben aus den Verkaufsergebnissen vom Donnerstag nicht ableiten. Denn die Wochenmärkte waren allgemein auf Grund der Eisglätte nicht so gut besucht wie sonst.
Doch ist die Betroffenheit der Landwirte und Vermarkter in der Region durch den Futtermittel-Skandal seiner Meinung nach sehr groß. Der Kunde ist verunsichert, und das wird noch andauern.
Landwirte als Leidtragende
Er beklagt die Versäumnisse in der Kontrolle, durch die der Skandal überhaupt entstehen konnte. Wir werden immer überprüft, ob auf dem Hof oder dem Wochenmarkt, und dann rutscht anderswo so eine Geschichte durch, dafür zeigt er kein Verständnis. Dass so eine Lücke entstehen kann, versetzt mich in Erstaunen, sagte er. Die Landwirte müssen das jetzt austragen. Wir sind die Leidtragenden.
Für Renke Onken ist der direkte Kundenkontakt das Entscheidende. Bürgern, die beispielsweise im Supermarkt einkaufen, empfiehlt er, sich mittels der Erzeugercodes auf den Eiern im Internet über die Herkunft und das Haltungsverfahren in den Betrieben zu informieren.
Seiner Erfahrung nach greifen Kunden in derartigen Situationen jedoch stärker auf regionale Produkte zurück. Dies bestätigte auch Kerstin Kirchwegerer aus Zetel am Donnerstag auf dem Zeteler Wochenmarkt: Bezüglich Dioxin-Belastung habe ich auf dem Markt hier keine Bedenken, sagte sie.
