FRIESISCHE WEHDE - FRIESISCHE WEHDE - Die Landfrauen der Friesischen Wehde besuchten eine Woche lang das Ermland, Masuren, Danzig, die Marienburg und Thorn, fuhren durch die Heimat von Elisabeth Böhm aus Rastenburg, der Gründerin der ersten Hausfrauenbewegung, aus welcher der deutsche Landfrauenverband erwuchs, übernachteten viermal in Allenstein und erlebten auch diese alte ostpreußische Stadt.

Die Menschen fahren wieder in die Orte Ost- und Westpreußens mit den vielen Sehenswürdigkeiten, die längst zum Weltkulturerbe gehören, machen die Erfahrungen, dass überall kunstvoll altberühmte Bauten und Straßenzüge wie in Danzig und Elbing aufgebaut oder restauriert worden sind, bewundern die Handwerkskunst der polnischen Restauratoren. In den Hotels gab es deutsche Ansprechpartner, in den Städten ausreichend Wechselstuben zum Geldwechseln. Es gibt deutsche Minderheiten. Insgesamt sind etwa 25 000 Deutsche aus unterschiedlichen Gründen im Ermland und in Masuren geblieben. Reise-Organisatorin Gisela Eilers hatte bei Allenstein eine der deutschen Minderheiten gefunden, etwa 146 Landfrauen unter dem Vorsitz von Anna Wagner-Rybinska. Sie wohnen im Umkreis von 200 Kilometern und treffen sich drei bis vier Mal im Jahr. Anna Wagner-Rybinska gehört zu jenen, die Besuchern Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Bei ihr wurden die Landfrauen der Wehde königlich bewirtet.

Sie erfuhren durch Annas Schwester Ewa, die als Reiseführerin fungierte, viel Wissenswertes. Überhaupt war Ewa die Reiseführerin schlechthin, denn nirgendwo haben die Landfrauen der Wehde so viel und herzlich gelacht wie unter ihrer Reiseleitung.

Besucht haben die Landfrauen der Wehde aber auch Vetter Richard Wagner, der einen Hof mit Milchwirtschaft führt. Es ist ein computerüberwachter Betrieb, der bisher Jungvieh und 80 Melkkühe auf 171 Hektar Land selber gezogen hat, nun aber Samen zur künstlichen Befruchtung aus Deutschland und Holland bezieht und natürlich der BSE-Überwachung unterliegt. Das Interesse an der Hofführung war groß, deckten sich doch Sorgen und Hoffnungen mit den eigenen.

„Heilige Linde", Rastenburg mit dem „Führerhauptquartier", in dem sich heute schon die Natur behauptet, der Oberländer Kanal, Nikolaiken und die Herder-Stadt Mohrungen wurden ebenfalls keineswegs ausgelassen.


1939 waren 70 Prozent der Gebiete des polnischen Ostpreußens landwirtschaftlich genutzt, heute sind es nur noch 40 Prozent, wovon 80 Prozent in privater Hand sind. Christel Dickti, geb. Wagner, die ein Bauernmuseum in Sadry (Zondern) bei Königshöhe Nähe Mragowo (Sensburg) und eine Pension führt, ist eine Vertrauensfrau der dortigen Landfrauen, die zwischen 30 und 80 Jahre alt sind und die sich als Verein vor zehn Jahren gegründet haben Für Christel Dickti war es Ehrensache, die Wehde- Landfrauen mit Kaffee und Kuchen zu bewirten und ihnen ihr Museum zu zeigen. Selbstverständlich wurde den dortigen Landfrauen, die sich über den Besuch sehr gefreut haben, durch Gisela Eilers und die Vorsitzende Bärbel Quathamer eine Gegeneinladung ausgesprochen.