FRIESISCHE WEHDE - Sie haben miteinander geredet und wollen das in Zukunft verstärkt tun: Vertreter der Kommunal- und Landespolitik sowie des Umweltschutz trafen sich mit der Forstverwaltung am Donnerstag im Neuenburger Schloss am „Runden Tisch“, um über das Thema „Waldschutz und Nutzung“ zu diskutieren. Anschließend erklärte der Moderator Gustav Zielke von der Grünen-Kreistagsfraktion: „Es war ein fruchtbares Gespräch, wir konnten viele Fragen sehr positiv lösen.“ Und von der anderen Seite kam die gleiche Einschätzung. Dr. Martin Dippel, Leiters des Forstamtes Neuenburg, erklärte: „Wir sind jederzeit bereit, über alles, was wir tun, zu berichten.“
Künftig soll regelmäßig im Kreis Friesland zu „Runden Tischen“ eingeladen werden, vor allem mit Blick auf größere Maßnahmen in den Forsten. Zielke: „Der Wald ist das Herzblut der Deutschen“, darum sollen die Bürger stärker in die Informationsflüsse eingebunden werden.
Das ist auch das Ziel der beiden Initiatoren des „Runden Tisches“, der Grünen-Ratsmitglieder Rolf Scherer (Bockhorn) und Wilhelm Wilken (Zetel). Scherers Bewertung: „Wir wollten ins Gespräch kommen und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ein Schritt ist, dass während der Brut- und Setzzeit mehr Ruhe im Wald herrscht. Da gibt es gute Ansätze, wir werden schauen, wie sich das in Zukunft entwickelt.“ Wilken: „Wir wollen nicht mehr übereinander, sondern miteinander reden.“
An dem Gespräch nahmen der Landtagsabgeordnete der Grünen, Christian Meyer, der Zeteler Bürgermeister Heiner Lauxtermann, Armin Tuinmann von der Unteren Naturschutzbehörde, Uwe Voigts vom BUND, Martin Susse, Revierleiter der Försterei Hopels, und der Regionale Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten, Rainer Städing, teil.
Martin Dippel führte aus, dass vom Forstamt Neuenburg aus 12 700 Hektar Wald verwaltet werden: „Wir müssen wirtschaftlich arbeiten, trotzdem entnehmen wir weniger Holz als nachwächst.“ Von jährlich rund 80 000 zusätzlichen Festmetern Holz werden nur 50 000 Festmeter geerntet: „Dass im Einzelfall Bürger darüber nicht erfreut sind, ist nachvollziehbar. Doch auf der gesamten Fläche ist das eine sehr nachhaltige Bewirtschaftung.“ Beim oft kritisch beobachteten Wegebau in den Wäldern sollen künftig Absprachen mit dem Kreis erfolgen, um artenschutzrechtlichen Schwierigkeiten auszuweichen. Dippel: „Wir sind auch bemüht, die Wallhecken in und an Wäldern zu erhalten.“ Die Vorgaben aus diesem „Runden Tisch“ können schon in den nächsten Wochen wirksam werden. In Fuhrenkamp, so Dippel, wird eine größere Holzernte vorgenommen plus Durchforstungsmaßnahmen. Sein Versprechen: „Wir werden die Öffentlichkeit rechtzeitig informieren.“
