FRIESLAND - Ich war oft zu nervös. Jetzt ist der Knoten geplatzt, jubelte Sabine Altona nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der Deutschen Meisterschaft. Mit ihrem zweiten Platz im Standkampf mit der Klootkugel am ersten Wettkampftag läutete die Schweinebrückerin ein silbernes Wochenende für Frieslands Friesensportler bei den Titelkämpfen ein. Am Sonnabend sicherten sich bei den Wettbewerben, die von der Nordhorner Sportkloatscheeter Vereinigung (NSKV) ausgerichtet wurden, auch Vereinskollegin Astrid Hinrichs, Daniel Hattermann (Grabstede) und Jasmin Kuhlmann (Rosenberg) Rang zwei.
Kerstin Assing holte dagegen mit der Holzkugel nach ihrem Sieg vor zwei Jahren diesmal nur Bronze. Schon drei Eier. Was ist denn los?, fluchte die Steinhauserin auf der Strecke, nachdem ihr beim fünften von zehn Würfen schon der dritte Fehlversuch unterlaufen war. Nach einem optimalen Anwurf hatte die 41-jährige Titelverteidigerin zuvor die Würfe zwei und drei mit zusammen gerade 100 Metern folgen lassen. Dass die routinierte Steinhauserin mit Wut im Bauch letztlich mit 167 Metern Rückstand auf Siegerin Fenja Frerichs (Ardorf) noch Dritte wurde, stimmte sie auch nicht glücklich. Mit einer normalen Leistung wäre die Titelverteidigung keine Hürde gewesen, so Assing.
Überglücklich waren dagegen die anderen Medaillengewinner aus den Kreisverbänden Friesische Wehde und Waterkant. Sein Ziel (Ich will vorne mit dabei sein.) erfüllte Hattermann. Hinter dem starken Eike Walter aus Pfalzdorf (1885 Meter) sicherte sich der 16-jährige Grabsteder mit 1539 Meter knapp vor Timo Rathmann (1521) vom NSKV den zweiten Platz.
Während sich Sandra Faß (Grünenkamp), die für die kurzfristig aufgrund einer Rückenverletzung ausgefallene Stefanie Dierks (Zetel-Osterende) nachgerückt war, schon über die Teilnahme freute (Ich bin froh, dabei zu sein.) und Fünfte im Holz-Wettbewerb der weiblichen Jugend wurde, hatte sich auch Kuhlmann nicht unter Druck gesetzt. Mal sehen, wie es läuft, hatte sich die 17-Jährige vor dem Wettkampf noch abwartend gezeigt, durfte sich aber mit 1280 Meter mit der Holzkugel hinter der überlegenen zweifachen Goldmedaillengewinnerin Ann-Christin Peters (Ardorf, 1521) über Silber freuen.
Das Maximum herausgeholt hatte auch Altona. Die 26-Jährige, die beruflich im Fitnessstudio ohnehin sportlich sehr aktiv ist, hatte vor der DM auf mehr Schnellkrafttraining gesetzt. Nachdem sie in der Vergangenheit oft ihre Leistungen aus dem Training, in dem sie stetig die 50-Meter-Grenze knackt, im Wettkampf nicht bestätigt hatte, knackte sie die Marke in Nordhorn dreimal und kam auf 156,25 Meter. Nur Favoritin, Ute Uhrbrook vom Verband Schleswig-Holsteinischer Boßler (VSHB), konnte sie nicht gefährden. Die dreifache Europameisterin schaffte 175 Meter.
Extra Trainingseinheiten hatte Hinrichs vor den Titelkämpfen nicht eingelegt. Durch Punktspielbetrieb und Einzelmeisterschaft bin ich voll im Rhythmus, erklärte die 21-Jährige, die mit 1617 Meter mit der Gummikugel lange vorne lag. Zum Schluss wurde die Schweinebrückerin aber noch um sieben Meter von Mitfavoritin Anke Kloepper (Upgant-Schott) übertroffen. Dennoch war Hinrichs nicht traurig: Ich hab hier einen tollen Wettkampf mit guten Würfen hingelegt.
