FRIESLAND/SANDE - FRIESLAND/SANDE/AKE - „Ich würde Ihnen gerne Positiveres sagen, aber die Situation ist nicht danach.“

Pastor Dieter Qualmann von der Steuerungsgruppe der Synode der Landeskirche Oldenburg hatte in Sande keinen leichten Stand. Kreispfarrer Fritz Weber hatte zur Diskussion über die Verwaltungsstrukturreform der Kirche eingeladen.

Vertreter der Kirchenkreise Jever, Varel, Wilhelmshaven, Butjadingen und Stedingen sowie aus dem Ammerland waren gekommen, um die Stellungnahmen von Dieter Qualmann, vom neuen Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs und von Matthias Caspers, Sachbearbeiter für Organisation und Struktur beim Oberkirchenrat, zu kommentieren.

„Es ist noch nichts beschlossen“, unterstrich Qualmann mehrfach. Zur Diskussion steht die Neuordnung der Verwaltung der Landeskirche. Zurzeit ist sie in 22 Ämtern plus Oberkirchenrat (OKR) angesiedelt, doch angesichts Mitgliederschwunds und sinkender Einnahmen muss die Landeskirche sparen.

Nach den Vorstellungen der Landessynode sollen einerseits 40 von 263 Pfarrstellen eingespart werden, andererseits die Verwaltung zentralisiert werden. Drei Varianten stehen zur Debatte: So wäre möglich, dass künftig sechs Verwaltungsämter im Oldenburger Land und im Oberkirchenrat die Verwaltung übernehmen. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass ein zentrales Verwaltungsamt neben dem OKR gebildet wird bzw. die Zentralisierung beim OKR als dritte Variante.


In Sande war deutlich zu spüren, dass viele Kirchenvertreter am liebsten alles so lassen wollen wie bisher. Sie schätzen den direkten Kontakt, kurze Wege, schnelle Entscheidungen, befürchten bei einer Zentralisierung eine aufgeblähte Verwaltung sowie weniger Hilfestellung, lange Entscheidungswege und den Rückgang der seelsorgerischen Begegnung. Zudem fürchtet man um die Arbeitsplätze in den Gemeinden.

Dabei sollen die Kirchenbüros von der Veränderung nicht betroffen sein, betonte Qualmann. „Im übrigen kann man die Reform nicht an einer Besitzstandswahrung orientieren, die Prognosen sind nicht vom Tisch zu weisen.“

Unter der Voraussetzung, dass sich Einsparungen nicht vermeiden lassen, befürworteten schließlich viele Vertreter eine zentrale Verwaltung zusätzlich zum OKD.