FRIESLAND - Die sechsjährige Kuh war in der Tierkörperbeseitigungsanlage untersucht worden. Es handelt sich landesweit um den 70. BSE-Fall seit dem Jahr 2000.
von ulrich schönborn
FRIESLAND - In Friesland gibt es einen neuen Fall der Tierseuche BSE (siehe Info-Kasten). Wie die Sprecherin des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), Andrea Jark, gestern auf Anfrage der NWZ bestätigte, liegt der positive Befund bereits seit dem 10. Juni vor.Die sechsjährige Kuh aus einem Milchviehbetrieb in Friesland war nach Angaben von Kreisveterinär Norbert Heising ohne Symptome der auch als „Rinderwahnsinn“ bekannten Tierseuche verendet.
In der Tierkörperbeseitigungsanlage wurden routinemäßig Proben entnommen und an Laves geschickt. Dort ergab die Untersuchung Andrea Jark zufolge einen BSE-Verdacht, der dann später von Experten des Friedrich-Löffler-Instituts bestätigt worden sei.
Sicherheitshalber wurde eine so genannte Kohorten-Tötung angeordnet, die die Nachkommen der erkrankten Kuh sowie die Tiere, die mit der Kuh aufgezogen wurden, umfasst. Laut Heising müssen etwa 40 Tiere geschlachtet werden. Der betroffene Landwirt könne seinen Betrieb aber ohne Einschränkungen weiterführen. „Die betroffenen Tiere aus der Kohorte stehen jetzt bis zur Tötung unter Beobachtung, gesonderte Seuchenschutzmaßnahmen sind aber nicht erforderlich“, sagte Heising.
Für die Verbraucher bestehe keine Gesundheitsgefahr. Da seit dem Jahr 2001 alle Schlachttiere, die für den Verzehr vorgesehen sind, auf BSE untersucht werden, wäre ein ebenfalls infiziertes Rind aus der betroffenen Kohorte entdeckt worden, bevor das Fleisch in den Handel gekommen wäre.
Die BSE-Infektion in Friesland ist landesweit der zweite BSE-Fall in diesem Jahr. Seit dem Jahr 2000 gab es in Nieder 70 registrierte BSE-Fälle. Deutschlandweit wurden bisher 397 Fälle registriert, die meisten davon in Bayern (141).
