FRIESLAND/WILHELMSHAVEN - Der Rahrdumer Landwirt Enno Beenken verfolgt seine Pläne, rund 190 Haushalte in Rahrdum mit Nahwärme aus seiner Biogas-Anlage zu versorgen, weiter: Ende Juni/Anfang Juli will er Interessenten zu einem Infoabend einladen. „Dann werde ich sehen, ob Interesse da ist und wie viele Haushalte sich möglicherweise anschließen wollen“, sagte er auf Nachfrage der NWZ .
Wie berichtet, betreibt Beenken auf seinem Hof an der Langelandstraße seit 2001 eine Biogas-Anlage, speist den Strom ins Netz ein und versorgt sein eigenes Haus sowie das eines Nachbarn mit Wärme und Warmwasser. Nun plant er die Gründung einer Wärmegenossenschaft, in der alle Wärme-Abnehmer Mitglied werden sollen. Um garantieren zu können, dass stets alle Häuser ausreichend mit Wärme versorgt sind, plant Beenken eine Erweiterung seiner Biogas-Anlage um Brennkessel für Holzhackschnitzel und um einen Brennkessel für fossile Energieträger als Notversorgung.
„Das ist eine gute Sache“, lobte der Grüne Kreistagsabgeordnete Dirk von Polenz (Varel) die geplante Nahwärme-Versorgung, denn Biogas-Anlagen machten nur dann Sinn, wenn die Wärme sinnvoll genutzt werde.
Von Polenz kritisierte in diesem Zusammenhang, dass für die neuen Wilhelmshavener Kohlekraftwerke keine Abwärmenutzung geplant ist. Stattdessen solle die Wärme in den Jadebusen abgeleitet werden. „Da die Kraftwerke einen Wirkungsgrad von weniger als 50 Prozent haben, wird die Hälfte der produzierten Energie als Wärme frei. Das würde reichen, um ganz Wilhelmshaven und weite Teile Frieslands mit Fernwärme zu versorgen“, so von Polenz.
