FRIESOYTHE - Agenturchef Werner Tegen sieht trotz einer leicht gestiegenen Quote einen positiven Trend. Die Konjunktur stütze die Entwicklung.

Von Thomas Haselier

FRIESOYTHE - Obwohl es gegenüber dem Vormonat einen leichten Anstieg gegeben hat, war die Arbeitslosenzahl im Dezember im Bezirk Friesoythe so niedrig wie schon seit fünf Jahren nicht mehr. Der Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit weist für den letzten Monat des Jahres 2006 eine Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent aus, etwas mehr als im November 2006 (7,6), aber deutlich weniger als im Dezember 2005 (9,8). Die Zahl der Eintritte in die Arbeitslosigkeit ist im vergangenen Jahr gegenüber 2005 sogar um 14,9 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl derer, die in Arbeit vermittelt werden konnten, deutlich an.

Nach Angaben von Werner Tegen, Leiter der Agentur für Arbeit in Friesoythe, liegt die Ursache des leichten Anstiegs der Quote in der großen Bedeutung des Baugewerbes für den Arbeitsmarkt im Bezirk Friesoythe begründet. „Wir haben in jedem Jahr im Winter einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Dieser fällt in diesem Jahr angesichts der milden Witterung spürbar geringer aus als gewöhnlich.“

Wirkung zeige auch das erstmals von den Baubetrieben in Anspruch genommene neu eingeführte Saison-Kurzarbeitergeld. Dadurch würden mehr Dauerarbeitsplätze im Baubereich auch während der Wintermonate erhalten.

Der anhaltend günstige Konjunkturverlauf zeigt sich nach den Worten Tegens auch beim Kräftebedarf. Ende Dezember lag die Zahl der gemeldeten offenen Stellen mit 1838 um ein Viertel höher als im Jahr zuvor zu dieser Zeit. Besonders gesucht werden zurzeit Kräfte in den Bereichen Metall, Elektro, Montage sowie Bau. Aber auch Fachkräfte in Sozial- und Erziehungsberufen werden gesucht. Tegen rät Betrieben, die keine Fachkräfte finden, auch Arbeitskräfte einzustellen, die aufgrund einschlägiger beruflicher Erfahrungen an die Arbeiten herangeführt werden können. Die Agentur für Arbeit und die Arbeitsgemeinschaft (Arge) unterstützten dies im Einzelfall auch finanziell.


Trotz aller positiven Vorzeichen bleibt die Lage für ältere Arbeitslose problematisch. Sie haben es trotz der gestiegenen Nachfrage schwer, einen Dauerarbeitsplatz zu bekommen. Zwar würden, so Tegen, die unzweifelhaften Vorteile älterer Arbeitnehmer in Presse und Fernsehen stets hervorgehoben, von Arbeitgebern würden sie aber nach wie vor zu wenig in deren Einstellungsentscheidungen einbezogen.

Ebenso schwierig ist die Lage der Langzeitarbeitslosen. Hier setze die Agentur für Arbeit besondere Schwerpunkte, sagte Tegen. Für das Jahr 2007 stelle sie hierfür zusätzlich zu den bekannten Förderinstrumenten ein Sonderprogramm bereit.