FRIESOYTHE - Immer wieder „schmeißen“ Hauptschulabgänger ihre Ausbildung. Gerade im Handwerk sind weniger praktische Probleme bei der Arbeit als vielmehr deutliche Defizite in der Theorie die Defizite. „Mit dem, was junge Anwärter in Mathe und Deutsch von der Hauptschule oft mitbringen, schaffen sie die Anforderungen der Berufsschule kaum“, weiß Heinrich Kühling, Inhaber Metallbau Kühling in Friesoythe. Dennoch will die Firma praktisch begabten jungen Leuten eine Chance geben. Dafür jedoch sei neben der Berufsschule zusätzlicher Unterricht notwendig sagt die fürs Personal zuständige Prokuristin, Ute Sperveslage.
Die Agentur für Arbeit in Vechta hat für solche Maßnahmen, mit denen „praxisstarke“ Jugendliche gefördert werden, im vergangenen Jahr 425 000 Euro bereitgestellt. „Ausbildungsbegleitende Hilfen“ (AbH) heißt das Programm, das Werner Sieverding, Sprecher der Arbeitsagentur in Vechta, gestern bei Kühling vorstellte. „Wenn das Programm stärker als bisher von der Wirtschaft abgegriffen wird, werden wir auch mehr Mittel dafür bereitstellen“, so Sieverding. Es habe sich als probates Mittel erwiesen, jungen Schulabgängern zu helfen, den Schritt in das Berufsleben erfolgreich zu meistern. In Zusammenarbeit mit dem Träger der Freien Jugendhilfe Fachwerk e. V. werden die Jugendlichen theoretisch so fit gemacht, dass sie die Anforderungen der Berufsschule und der Ausbildungsbetriebe gleichermaßen bewältigen können.
Gerade Handwerksbetriebe haben dadurch den Vorteil, dass sie dringend benötigten Nachwuchs selbst qualifizieren können. Unternehmen, die Interesse an dem Förderprogramm haben und Azubis in die Zusatzausbildung schicken wollen, können sich beim Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Friesoythe unter 04491/924169 (Thomas Pünter) melden.
