FRIESOYTHE - Mit schwärmerischem Gesichtsausdruck sitzen am Mittwochabend die Schüler der BBS Friesoythe im Klassenraum. Sie sind vergangenen Sonntag erst von ihrem Auslandspraktikum in London zurückgekehrt – am liebsten würden sie gleich wieder zurück fahren. „London ist so toll, ich möchte gerne wieder hin“, schwärmt Jana Rasche. Sie ist eine von 18 Auszubildenden aller Klassenstufen an den BBS Friesoythe, die vom 16. Oktober bis zum 6. November ein Praktikum in London absolviert haben.

Es war das erste Mal, dass Berufsschüler aus Friesoythe im Rahmen des EU-Programmes „Leonardo da Vinci“ ins Ausland gehen konnten. Das Programm fördert Auslandsaufenthalte und richtet sich an kaufmännische Auszubildende. So sollen die Auszubildenden die Chance erhalten, sich kulturell auszutauschen und ihre Sprachkenntnisse zu erweitern. Einfach so ging es aber nicht nach London, im Vorfeld mussten die Azubis ein Interview auf Englisch führen und ein Motivationsschreiben verfassen. Alle Friesoyther Schüler wurden angenommen und durften so im Ausland Berufserfahrung sammeln. „Es war interessant zu sehen, wie die Engländer arbeiten. Sie sind ruhiger und langsamer bei der Arbeit. Ich wurde dann oft gelobt, wenn ich meine Aufgaben sehr schnell erledigt hatte“, erinnert sich Marina Möller. Diesen Eindruck bestätigt Kathrin Kaiser: „Die arbeiten in London hundert Mal langsamer.“

Untergebracht waren die Azubis in Gastfamilien, eine Woche lang lernten sie im Sprachkurs Englisch und zwei Wochen arbeiteten sie in Londoner Betrieben. Marina Möller war in der Verwaltung des Hilton Hotels: „Ich war schon erstaunt, wie gut ich meine englischen Kollegen verstand“, wundert sie sich. Mitgenommen haben die Azubis nicht nur viele Erfahrungen, sondern auch den Europass Mobilität, mit dem sie ihre Auslandserfahrung nachweisen können.

Im nächsten Jahr erhalten die nächsten Azubis der BBS Friesoythe Gelegenheit, nach London zu fahren.