FRIESOYTHE - „Ich wollte unbedingt in die Türkei, um eine wirklich komplett andere Kultur zu erleben.“ Das war das Ziel von Alexander Jender aus Friesoythe, der das komplette Wintersemester 2010/11 in Ankara, der Hauptstadt der Türkei, verbrachte.
Vom 10. September bis zum 26. Februar verbrachte der Student der Technischen Universität Braunschweig im Studiengang Maschinenbau sein Auslandssemester an der Middle East Technical University of Ankara. „Mir war gleich klar: Ankara ist nicht Istanbul. Es ist eine rein politische Stadt ohne großen Tourismus. Man merkte, dass man sich nun wirklich in der echten Türkei befand. Mit Englisch kam ich auf der Straße nicht weit“, berichtet der Student.
Seit drei Jahren ist er der einzige Student, der aus Braunschweig in die Türkei ging. „Die ersten drei Monate teilte ich mir ein 15 Quadratmeter großes Zimmer mit drei anderen Türken. Viel Platz war da nicht“, so Jender.
Gleichzeitig forderte ihn die Universität mit einem straffen Stundenplan. Die Vorlesungen und Seminare fanden zwar auf Englisch statt, doch zweimal in der Woche stand neben Aerodynamik und Regelungstechnik auch Türkisch auf dem Plan. „Die Türken waren alle sehr gastfreundlich und haben einen sehr zuvorkommend behandelt. Da der Campus quasi eine Stadt in der Stadt war, fand man sich mit der Hilfe der anderen Studenten schnell zurecht“, sagt Alexander Jender.
In den letzten drei Monaten wohnte Jender dann zusammen mit einem weiteren Student in einer eigenen Wohnung außerhalb des Campus. „Freunde waren schnell gefunden. Sie kamen aus England, Frankreich oder Amerika. Mit ihnen konnte einem nicht langweilig werden,“ so Jender.
Neben dem Studium stand auch das Reisen durch das Land ganz oben auf Jenders Liste. Mit bekannten Austauschstudenten machte er sich mit dem Bus auf die Reise quer durch die Türkei und kam auch nach Kurdistan: „Neben den Städten am Schwarzen Meer wie Trabzon kamen wir mit dem Bus auch nach Diyarbakir ins Gebiet der Kurden. Hier wurde einem an der Haltung der Einheimischen klar, dass diese sich nicht als Türken verstehen.“
Auf die Frage, ob denn nun in Deutschland oder der Türkei der Döner besser schmeckt, wollte sich Jender nicht ganz festlegen: „Ich habe viele Döner in der Türkei gegessen und muss sagen, dass die Döner in Deutschland mindestens genauso gut schmecken wie dort“.
Durch seinen Auslandsaufenthalt hat er nun ein Praktikum bei einem türkischen Flugzeugbauer angeboten bekommen.
